Chapter 9

 

Am nächsten Morgen war Megan bereits kurz nach sieben Uhr früh im Büro. Sie saß an ihrem Schreibtisch und hatte ihr Kinn auf ihre Hände gestützt. Sie ging einmal mehr die Akte „Montgomery“ durch. Der SETI-Typ hatte sich, wie erwartet, als Spinner herausgestellt. Trotzdem war Megan überzeugt, dass der Mordanschlag etwas mit Montgomerys maßgeblicher Beteiligung an dem Nachrichtensatelliten zu tun hatte. Sicher nicht wegen dubioser außerirdischer Kontakte, eher wegen ganz weltlichen Dingen, wie zum Beispiel Spionage und so weiter. Da ihre Nachforschungen in einer Sackgasse steckten, beschloss sie, Larry einen Besuch abzustatten. Immerhin hatte der direkte Kontakte zur NASA und was Satellitenkommunikation betraf, konnte ihm auch so schnell niemand das Wasser reichen. Seufzend lehnte sie sich zurück. Das Klingeln des Aufzugs kündigte wahrscheinlich die Ankunft eines weiteren Mitarbeiters an. Um diese Uhrzeit war es hier noch so still, dass man es hören konnte. Neugierig stand sie auf. Zu ihrer Überraschung war es Charlie, der gemächlich den Gang entlang trottete. „Guten Morgen Charlie!“ rief sie freudestrahlend und ging ihm entgegen. Sein Blick hatte etwas von einem scheuen Reh, trotzdem rang er sich ein Lächeln ab, „hi Megan. Ist Don schon da? Wir wollten uns hier treffen.“ „Nein, noch nicht“, sie musterte ihn offensichtlich und das verunsicherte ihn nur noch mehr. Sie bemerkte es und meinte, „du siehst wirklich gut aus. Fast könnte man meinen, du wärst auf Urlaub gewesen. Wie wär’s mit einem Kaffee?“ Charlie stellte seinen schwarzen Rucksack auf Dons Schreibtischsessel. „Ja, gern“, erwiderte er. Es war das erste Mal für ihn, seit seiner Entführung, dass er wieder den Boden des FBI-Field-Office unter seinen Füßen hatte.

 

Er musste zugeben, es fühlte sich gut an. Jedenfalls „noch“. Was passieren würde, wenn sich der Laden langsam mit Leuten füllte, die ihn ansahen, als wäre er die Hauptattraktion auf einem Jahrmarkt und hinter seinem Rücken tuschelten, wusste er nicht. Eines war ihm jedoch klar geworden: er musste sich seinen Dämonen stellen, um alles wieder ins Lot zu bringen. Während Megan in der Küche herum werkelte, sah sich Charlie ein wenig im Büro um, quasi um wieder ein Gefühl für das alles zu bekommen. Sein Blick streifte Megans Schreibtisch. Ihr Monitor war an, interessiert trat er näher. Er erkannte darauf die Matrix eines Computerprogrammes für die Programmierung von Nachrichtensatelliten. Augenblicklich verwandelten sich die Zahlen vor seinem geistigen Auge in eine Abfolge von Signalen mit denen Satelliten in ihrer Umlaufbahn mit Bodenstationen kommunizierten. Er konnte es förmlich vor sich sehen, wie Sender und Empfänger Informationen vom Weltraum auf die Erde und zurück sandten. Eine Komponente machte ihn jedoch stutzig. Eine verschlüsselte Sequenz, die nicht richtig in diese Abfolge passte.

 

„So bitteschön Charlie. Ich hab dir nen koffeinfreien gemacht mit viel Milch“, riss ihn Megan aus seinen Gedankenkomplex. „Oh, vielen Dank“, er hob den Becher zum Mund und machte vorsichtig einen Schluck, dann deutete er damit auf den Bildschirm, „hat das mit dem Montgomery Fall zu tun?“ Sie nickte. „Ja, da stecken wir im Moment total fest“, seufzte sie, „und aus den Daten hier, kann wohl auch nur ein Fachmann etwas herauslesen.“ „Es geht hier um Datenströme, die zwischen dem geoorbital stationierten Satelliten und den Bodenstationen hin und her fließen. Nichts Besonderes“, grinste er, „allerdings gibt es hier eine codierte Sequenz, die keinen Sinn zu machen scheint, jedenfalls nicht auf den ersten Blick.“ Megan freute sich, über Charlies rege Anteilnahme an ihrem Fall. Er schien wirklich auf dem Weg der Besserung zu sein. „Ich dachte mir, Larry könnte mir hier ein paar Tipps geben“, sagte sie. Charlie nickte, „auf jeden Fall. Der liest die Daten, als wäre es ein Roman. Ich mein, ich tu das auch, aber er kann dir vielleicht auch Anhaltspunkte über diese Codierung geben.“ Er deutete auf eine Zahlengruppe in der drittletzten Reihe auf ihrem Monitor.

 

Der Aufzug klingelte erneut und Charlies und Megans Blicke ruckten in besagte Richtung. Es war Don. Zur Überraschung der beiden wirkte er ziemlich ausgeschlafen. „Guten Morgen allerseits“, grüßte er und grinste dabei von einem Ohr zum anderen, „wie ich sehe, hast du dich bereits häuslich niedergelassen“, feixte er, als er Charlies Rucksack auf seinem Sessel vorfand. „War die letzte Nacht wirklich so toll?“ fragte Megan augenzwinkernd. „Ich hol mir mal schnell einen Kaffee“, wich er ihr geschickt aus und verschwand in der Küche. „Gibt’s da was, was ich wissen sollte?“ wurde Charlie hellhörig. Megan lächelte, „wir haben eine neue Gerichtsmedizinerin von der dein Bruder sehr angetan ist. Sie verkörpert so ziemlich alles, was er sich je erträumt hat, denk ich.“ Charlie gluckste vergnügt und nahm einen großen Schluck von seinem Kaffee. Dann ging er hinüber zu Dons Tisch und packte seinen Laptop aus.

 

„Konntest du mit der Liste etwas anfangen?“ fragte sein älterer Bruder, nachdem er aus der Küche zurückgekehrt war. „Ja und nein, ich konnte sie entschlüsseln, aber der Text …“, antwortete Charlie, „zum einen ist es nichts anderes, als die gute alte Fibonacci-Folge allerdings gepaart mit dem Cäsarcode.“ Don stutzte, „Fibonacci, okay das hab ich noch vom letzten Mal im Kopf, aber was bitte ist ein Cäsarcode?“ „Der römische Kaiser Julius Cäsar soll diesen Geheimcode verwendet haben, um Nachrichten an seine Feldherren und an seine Geliebte Cleopatra zu übermitteln“, erklärte Charlie, „er ersetzte jeden Buchstaben durch denjenigen, der drei Stellen weiter im Alphabet zu finden ist. Natürlich kann man das Alphabet auch um fünf, acht oder zwölf Stellen verschieben, je nachdem, welchen Code du mit dem Empfänger der Nachricht vereinbart hast. Es hat eine Weile gedauert, aber dann bin ich dahintergekommen. Die Buchstaben waren um fünf Stellen verschoben.“ Er machte eine kleine Pause. Don kratzte sich nachdenklich am Kopf, „und wie lautet die Botschaft?“ „Omega-Lambda-Phi, herauskriegen werdet ihr es nie. Über den Tod hinaus sind wir verbündet, auf das uns nichts im Wege stünde“, las Charlie laut vor.

 

„Wow, das klingt aber mächtig beeindruckend“, meinte Don trocken, „und was jetzt?“ „Omega-Lambda-Phi könnte auf eine Studentenverbindung hindeuten“, sagte Megan spontan. „Sag jetzt nicht, es würde sich um einen harmlosen Studentenulk handeln“, stöhnte Don. Megan schüttelte den Kopf, „weder halte ich die Sache für einen Ulk, noch für harmlos, wenn ich an die zerstückelte Leiche des jungen Mädchens denke.“ Charlie zuckte bei ihren Worten unmerklich zusammen. Dons Handy klingelte, „Eppes?“ „Guten Morgen Don, entschuldigen sie die Störung“, es war Dt. Walker vom LAPD, „wir haben soeben Meldung über einen Leichenfund in einer Fassadenbefahr-Anlage erhalten, am Tower von Virginrecords.“ „Ja, und?“ „Es sieht so aus, als gäbe es da eine Verbindung zu der zerstückelten Leiche des Mädchens, sie hieß übrigens Cheryl Miller.“ „Ich bin schon auf dem Weg, bis gleich.“ Don klappte sein Mobile zusammen. „Das war Walker. Ich muss los, man hat schon wieder eine Leiche gefunden, auf der Fassadenbefahr-Anlage von Virginrecords.“ „Soll ich mitkommen?“ fragte Megan. „Wie du möchtest“, entgegnete Don und zog sich seine Jacke über, „was ist mit dir Charlie?“ Er war gerade dabei, seinen Laptop im Rucksack zu verstauen, „du könntest mich zu Hause absetzen, wenn du willst. Larry kommt nachher noch bei mir vorbei.“ „Könntest du ihm dann bitte gleich die Disc und die restlichen Unterlagen über Montgomerys Nachrichtensatelliten zukommen lassen? Das würde mir sehr helfen.“ „Na klar. Mach ich gerne.“ Sie gab ihm den Akt, holte die Disc aus dem Laufwerk, legte sie in eine Hülle und drückte ihm auch diese in die Hand, „danke Charlie, du hast was gut bei mir.“

 

Tristan LeMont und Julius Harding saßen gemeinsam auf den Stufen zur Uni-Bibliothek und führten eine hitzige Diskussion. „Monti?! Ich frag dich zum letzten Mal: wo zum Teufel, sind Cheryl, Eden und Paul? Was hast du ihnen bloß erzählt?“ zischte Julius halblaut. „Noch einmal, ich weiß es nicht und ich hab gar nichts gesagt oder getan“, versuchte Tristan sich zu rechtfertigen, „Cheryl spielt wahrscheinlich wieder mal Groupie bei unserer Footballmannschaft und Eden und Paul sind sich vielleicht näher gekommen und finden unsere „Sache“ nicht mehr so interessant. Die waren doch andauern am Fummeln, sind mir sowieso gehörig auf den Keks gegangen.“ „Wenn einer von denen die Klappe aufmacht Monti, sind wir geliefert. Wir sollten die Leiche der alten Dame wieder zurückbringen!“ Julius Stimme zitterte vor Aufregung. „Krieg dich mal wieder ein. Du wirst doch nicht den Schwanz einziehen, nur weil der Rest der Truppe….“ „Ich scheiß auf dein Gerede von wegen die Polizei vorführen und denen was beweisen wollen. Ich kann doch nix dafür, dass du ein gestörtes Verhältnis zu deinem Schwager hast“, unterbrach ihn Julius. Tristan sprang auf, „dann lass es eben bleiben, du Memme! Ich zieh die Sache durch, mit oder ohne euch! Feine Freunde seid ihr!“ Er schnappte sich die Bücher und ließ Julius einfach sitzen.

 

Das erste was Angela hörte, als sie durch den Garten hinüber in die Garage ging, war ein stakkatoartiges Geklacker. Zuerst konnte sie es nicht einordnen. Doch dann sah sie, wie Charlie vor einer großen grünen Tafel stand und wie besessen mathematische Formeln darauf kritzelte. Fasziniert blieb sie im Türrahmen stehen und beobachtete ihn. Alan war so nett gewesen, sie herein zu lassen. Sie kannten sich noch von damals. Charlies Vater hatte ihr immer viel bedeutet und sie hatte ihn auch sehr gemocht. Er war so ganz anders gewesen, als ihr Dad. Viel weltoffener. Leider hatte sie Charlies Mutter nie kennengelernt. Das hatte sich damals nie ergeben. Sie konnte die Leidenschaft, die Charlie für seine Arbeit empfand, beinahe körperlich fühlen. Etwas kitzelte sie in der Nase und sie musste niesen. „Hatschi!“ Charlie wär beinahe die Kreide aus der Hand gefallen. Zuerst setzte sein Herzschlag für den Bruchteil einer Sekunde aus. Als er jedoch Angela in der Tür sah, fing es umso wilder an zu schlagen. „Angela, ich … was führt dich denn hierher? Wie bist du…?“ „Dein Vater war so nett, mich herein zu lassen. Ich hoffe, du bist nicht böse“, unterbrach sie ihn. Ihre Wangen schienen zu glühen, ihre Augen leuchteten. „Nein, ich … Ganz und gar nicht. Ich freue mich, dich zu sehen“, murmelte er und legte die Kreide zur Seite, nicht ohne jedoch vorher die Formel fertig an die Tafel zu kritzeln.

 

„Du bist heute nicht zur Therapie gekommen, da dachte ich, ich seh nach dir. Gestern hatte ich wieder einen schrecklichen Migräneanfall. Deswegen bin ich nicht gekommen“, ihre Tonfall klang entschuldigend, so als wüsst sie, dass Charlie ein schlechtes Gewissen gehabt hatte. Er versuchte seine Erleichterung zu verbergen. „Oh, wie unhöflich von mir“, sagte er rasch, da sie noch immer in der Tür stand, „komm doch herein.“ Zögernd betrat sie die Garage und sah sich um. Ringsherum waren die Wände mit Tafeln bestückt, In der Mitte des Raumes stand ein Tisch mit einem Laptop darauf, rechts neben ihr stand eine alte Couch und ganz hinten in der Ecke waren Kartons gestapelt. Alles in allem fand sie es recht heimelig. „Das hier ist also dein Playground“, grinste sie. „Wenn du es so nennen willst“, entgegnete er, ein wenig nervös. Dann standen sie sich eine Weile schweigend gegenüber. Er schluckte. „Möchtest du vielleicht ein Glas Zitronenlimonade?“ Sie nickte. Ungelenk goss er ihr etwas davon in ein großes leeres Glas. Als er es ihr reichte, berührten sich ihre Fingerspitzen für den Bruchteil einer Sekunde.

 

Erneut wurde die alte Leidenschaft zwischen ihnen entfacht. Sie machte einen Schluck und stellte das Glas zur Seite. Ihre Lippen glänzten einladend und einem Impuls folgend trat Charlie auf sie zu, nahm sie in seine Arme und küsste sie. Er schmeckte die Zitrone auf ihren Lippen. Sie erwiderte seinen Kuss und schlang ihre Arme fest um seinen Hals. Beide fühlten sich augenblicklich in die Vergangenheit zurückversetzt. Er wusste noch, dass es sie verrückt gemacht hat, wenn er an ihrem Ohrläppchen geknabbert hatte. So tat er es instinktiv und er fühlte ein sanftes Beben, dass durch ihren Körper ging. Während sie ihre Finger in seinen dichten Locken in Nacken vergrub, suchte er wieder ihren weichen, warmen Mund. Dabei sog er ihren frischen Duft in sich auf. So taumelten sie Richtung Couch. Sie stöhnte seinen Namen in seinen Mund und fing an, sein hellblaues Jeanshemd aufzuknöpfen. Sie wollte seine Haut fühlen, wollte ihn berühren so wie damals. Charlie fühlte sich, als stünde er am Rande des Ozeans und würde von den Wellen hinfort gerissen.

 

Alle seine Sinne konzentrierten sich auf Angela, auf ihren wundervollen Körper, ihre sanfte Stimme, die immer wieder seinen Namen flüsterte. Plötzlich gab es einen lauten Knall. Beide fuhren erschrocken auseinander. Larry stand mit großen Augen in der Tür. Er hatte sich den Fuß an einer Holzlatte gestoßen, die anschließend umgekippt war. „Hallo … hallo Charles“, stammelte er verlegen und sah zwischen seinem Freund und er fremden Frau hin und her. Da Charlies Hemd offenstand, hatte er die beiden offensichtlich gestört, „ich … ich kann gern später kommen. Ich … es, ich meine …“ Charlie knöpfte sich rasch sein Hemd zu. Er und Angela tauschten verlegene Blicke, „schon gut Larry, bleib ruhig.“ „Ich wollte ohnehin gerade gehen“, sagte Angela einen Tick zu laut. „Ja, danach hat es auch ausgesehen“, meinte Larry selbstmurmelnd. „Ach so, dann war das wohl der Abschiedskuss, bei dem ich euch gestört hab“, blubberte es aus ihm heraus. Charlie senkte seinen Blick, „ja genau. Sie war gerade dabei zu gehen.“ Er drückte noch einmal ganz fest Angelas Hand, auch wenn er lieber etwas anderes gedrückt hätte, „okay Charlie, ruf mich an“, hauchte sie. Dann sah sie zu, dass sie schleunigst von hier wegkam. Das letzte Mal, dass sie jemand beim knutschen erwischt hatte, lag Jahrzehnte zurück. Mit hochrotem Kopf drückte sie sich an Larry vorbei, der immer noch am selben Fleck stand.

 

Er machte einen total geknickten Eindruck. „Ich dachte du wärst alleine hier Charles. Ich bin nur dann stutzig geworden, als ich diese merkwürdigen Geräusche hörte. Ich dachte, dir wäre schlecht oder sowas in der Art“, er fuhr sich mit der linken Hand an die Stirn, „Himmel ich konnte doch nicht ahnen, dass du gerade …“ „Schon gut Larry. Dein Timing war zwar katastrophal, aber ich werde dir deswegen nicht den Kopf abreißen“, feixte Charlie und zwinkerte seinem Freund zu. „Vielleicht wäre es besser nächstes Mal eine rote Laterne draußen anzubringen, so wie es schon die alten Römer gemacht haben“, schlug Larry kopfschüttelnd vor. Er war noch immer tief betroffen. „Larry, das war doch nur ein Kuss“, bemerkte Charlie und ging hinüber zum Tisch, um ihn Megans Unterlagen zu geben. Larrys Körperhaltung war in etwa mit der eines geprügelten Hundes zu vergleichen, „nicht auszudenken, wenn ich später gekommen wäre.“ „Das bist du aber nicht. Also bitte hör auf, dich dafür zu entschuldigen und setz dich lieber. Dann sieh dir in Ruhe die Sachen an, die ich von Megan bekommen hab.“ Wie in Trance zog Larry einen Stuhl an den Tisch heran und setzte sich. Eine gute Sache, denn er hatte keine Ahnung, wie lange ihn seine Beine noch getragen hätten. Es fiel ihm äußerst schwer, sich zu konzentrieren, immer wieder schweiften seine Blicke in Charlies Richtung ab.

 

Irgendetwas irritierte ihn am Aussehen seines Freundes. Dem entging das durchaus nicht und es machte ihn nervös, „was ist? Hab ich einen Pickel auf der Nase oder bin ich blau im Gesicht?“ Blau! Das war das Stichwort, „dein Hemd Charles, es ist dein Hemd“, sagte er und deutete mit seinem Kopf darauf. „Ja?“ „Die Knöpfe Charles, die Knöpfe!“ „Deine kommunikativen Fähigkeiten sind heute nicht sehr ausgeprägt. Ist das wieder so ein Fleinhardtsches Experiment.“ Genervt blickte Charlie an sich herunter. Jetzt sah er es auch: er hatte sein Hemd total verkehrt zugeknöpft. Grinsend korrigierte er diesen Missstand. Dann stellte er sich vor Larry hin und breitete seine Arme ein wenig aus, „kannst du dich jetzt bitte wieder auf den Megans Unterlagen konzentrieren oder soll ich mir vielleicht noch die Haare waschen oder mich rasieren?“ Fleinhardt winkte ab, „nein, Charles jetzt passt wieder alles. Zumindest der kleidungstechnische Aspekt der Sache. Was das andere anbelangt, das physische was da zwischen dir und dieser jungen Frau ablief, daran werde ich wahrscheinlich noch eine Weile zu knabbern haben.“ „Angela, Larry. Ihr Name ist Angela und sie ist eine alte Bekannte von mir.“ Sein Freund hob abwehrend die Hände, „Ihr Name ist also Angela, danke, ich nehme es zur Kenntnis. Nur erspar mir bitte weitere intime Details.“ Grinsend setzte sich Charlie neben ihn.