Chapter 12

 

Don und sein Team trafen ungefähr eine Stunde nach der Schießerei auf dem Gelände ein. „Was zum Henker ist denn hier passiert?“ rief Colby, sprang aus dem Wagen, den Don noch nicht einmal zum stehen gebracht hatte und lief hinüber zu den beiden anderen Fahrzeugen. Es war ein SUV und eine Limousine. Der SUV sah aus wie Schweizer Käse, während die Limousine kaum was abbekommen hatte, da sie gepanzert war. Die anderen folgten Colby mit gezogenen Waffen, obwohl sie niemand sonst ausmachen konnten. Colby deutete auf die beiden Leute, die neben dem SUV am Boden lagen, „die sind mausetot“, sagte er trocken. „Charlie?! Charlie?!“ Don brüllte sich die Lunge aus dem Leib. Megan sah sich auf dem Gelände um, während sich David und Colby um die beiden Überlebenden kümmerten. „Don, komm mal her!“ rief er seinem Boss zu, „der hier ist Hoberman nicht wahr? Sieht so aus als hätte er einen Schuss in die Schulter und an der hüfte abbekommen“ Don schluckte den dicken Kloß in seinem Hals herunter und nickte heftig, „den anderen kenn ich nicht“, seine Stimme war rauh. „Agent Adam Boomer“, sagte David und reichte den Ausweis an Don weiter.

 

Er warf nur einen kurzen Blick darauf und schmiss ihn achtlos auf den Beifahrersitz. „Ich werd dann mal die Kavallerie rufen“, David ging hinüber zu seinem Wagen und gab eine Meldung per Funk durch. Megan lief hinüber zu Don, „außer jeder Menge Patronenhülsen, Reifen- und Fußabdrücken gibt’s hier nicht viel zu sehen“, meinte sie, „wo, verdammt, steckt Charlie?“ Don deutete mit dem Kopf zur Tür des Bunkers, „vielleicht da drinnen.“ „Nicht schon wieder, wir sollten dafür sorgen, dass hier niemand mehr rein kann“, Megan griff nach ihrer Mag Lite. Don zog die Tür auf und nahm ebenfalls die Taschenlampe zur Hand. „Charlie? Charlie, bist du da unten?“ rief er und eilte die Treppe hinunter. Unten angekommen wollte er Licht machen, das ging nicht. Jemand hatte die Stromzufuhr gekappt. „Charlie?“ das Blut rauschte in seinen Ohren, hektisch leuchtete er jeden Winkel des Bunkers aus und durchsuchte die anderen Räume.

 

Die Videoanlage war komplett zerstört, die Zelle war leer, bis auf einen Stuhl auf dem angetrocknetes Blut klebte. „Charlie?“ Megan nahm als erste eine Bewegung hinter der Treppe wahr. Charlie wurde vom Licht der Taschenlampe so stark geblendet, dass er schützend seine Hände vor die Augen hob. „Don, er ist dort hinten, wir haben ihn gefunden“, jubelte Megan erleichtert. Charlie starrte die beiden an, als kämen sie vom Mars. „Bist du okay?“, fragte Don aufs Äußerste besorgt und half ihm unter der Treppe hervor. Als Charlie in voller Größe vor ihm stand, offensichtlich unverletzt, musste Don ihn einfach herzen. Er drückte ihn ganz kurz an sich. „Ich bin froh, dass es dir gut geht.“ Charlie reagierte kaum auf die Berührung seines Bruders, auch hatte er noch kein Wort gesprochen. „Wieso hat dich Hoberman hierher gebracht? Was wollte er von dir? Hat er dich bedroht? Was zum Teufel war hier los?“ brabbelte Don aufgeregt drauf los.

 

„Don, siehst du nicht, dass er unter Schock steht?“ fuhr Megan dazwischen. Dann legte sie besorgt einen Arm um Charlies Schulter und führte ihn nach oben. Er zuckte kurz zurück. „Was ist?“ fragte sie. „Sie haben wie wild um sich geschossen“, murmelte er. „Wer?“ pushte Don ungeduldig. „Ich hab nur die Schüsse gehört. Ein paar Querschläger haben sich in den Bunker verirrt, ich hab mich verkrochen“, sein Blick war leer und Megan konnte deutlich spüren, wie er zitterte, „alles okay Charlie, die Leute, die geschossen haben sind weg.“ „Was ist mit dem Jungen?“ „Welcher Junge?“ schnappte Don. „Der den Hoberman hier unten verhört … sie haben ihn gefoltert Don. Sie haben gesagt, wenn ich kooperiere, dann hören sie damit auf. Ich konnte ihm nicht helfen, sie haben ihm furchtbar weh getan“, Charlie rang verzweifelt um Fassung, das hörte man deutlich an seiner Stimme, „sie haben ihm wegen mir wehgetan.“ Er drehte sich um und sah seinem Bruder direkt in die Augen, „Don bitte gib ihnen die Bänder, dann lassen sie den Jungen in Ruhe und mich auch.“ Don legte seine Hände auf Charlies Schultern, „ich hab die Bänder nicht mehr, ich hab sie vernichtet.“ „Sie werden den Jungen töten“, schrie Charlie. Tränen schossen in seine Augen.

 

„Charlie, hier ist kein Junge, das sind alles Agenten vom CIA“, Megan drehte ihn sanft herum, damit er sich selbst davon überzeugen konnte. „Wer war der Junge?“ hakte Don noch einmal nach. Es tat ihm weh, seinem Bruder so zuzusetzen, aber er war der einzige Zeuge, die anderen waren entweder tot oder unansprechbar. „Hoberman sagte, es wäre einer meiner Entführer gewesen. Aber das glaub ich nicht. Er war ja noch ein halbes Kind. Die Männer auf dem Video haben älter geklungen. Er hatte solche Angst, ich konnte es in seinen Augen sehen und trotzdem haben sie nicht aufgehört ihm weh zu tun.“ „Am besten wäre es, wir bringen ihn in ein Krankenhaus“, raunte Megan in Dons Ohr, „er ist völlig von der Rolle.“ Don griff nach Charlies Oberarm. Mit sanftem Druck schob er ihn in Richtung der SUVs. Hier würde es gleich von Polizisten und Rettungskräften wimmeln. „Komm Charlie, steig ein. Megan und ich kümmern uns um dich. Ich sag nur kurz David und Colby Bescheid.“

 

Er ging hinüber zu den beiden. Sie hatten die Verletzten, so gut sie konnten, versorgt. „Megan und ich bringen Charlie zu einem Arzt. Wir kümmern uns auch um seine Aussage. Sagt das den Leuten vom CIA, die garantiert hier auftauchen werden.“ „Was genau ist denn passiert?“ wollte Colby wissen. „Soviel ich aus Charlie rausbekommen hab, hat Hoberman ein illegales Verhör mit einem von Cravens Anhängern durchgezogen. Er bekam jedoch nicht die Antworten, die er wollte.“ Wütend starrten Colby und David auf den Agenten, der bewusstlos im Gras lag. "Und was tut eine treue Gefolgschaft? Sie helfen sich gegenseitig, denn in der Einigkeit liegt die Stärke. Also haben sie ihren "Bruder" aus der Gefangenschaft befreit und die bösen Dämonen besiegt. Das würde jedenfalls Craven behaupten."

 

„Hat ihm Hoberman, dieses aufgeblasene Arschloch, was angetan?“ fauchte Colby, „dann kann er gleich sein Todesurteil unterschreiben, wer sagt, dass er die Schießerei überlebt haben soll?“ Don schüttelte den Kopf, „sie haben den Jungen gefoltert und Charlie musste zusehen. Glaube mir, ich würde diesen Bastard gern auf eine Reise ohne Wiederkehr schicken, aber es zahlt sich nicht aus, sich die Hände an ihm schmutzig zu machen. Mir genügt, wenn ihr euch um den ganzen Zirkus hier kümmert. Danke.“ Sie nickten sich noch kurz zu, dann ging Don zum Wagen. Colby ging neben Hoberman in die Knie. Der kam langsam zu sich und stöhnte. Seine Augenlider flatterten. Als er Colby sah, flüsterte er, „wer sind sie? Wo sind meine Kollegen.“ Colby drückte so brutal auf Hobermans Schulterwunde, dass dieser aufschrie. „Ich bin ein guter Freund von Charlie Eppes, Sir. Und sie haben eine schlimme Wunde an der Schulter, ich muss „leider“ ganz fest zudrücken, damit ich die Blutung stoppen kann“, log er und tauschte mit David amüsierte Blicke.

 

„Wir fahren dich jetzt ins Krankenhaus“, sagte Don und warf dabei einen besorgten Blick in den Rückspiegel. Charlie hatte es sich auf dem Rücksitz bequem gemacht und die Augen geschlossen. „Nein Don“, sagte er entschieden, „ich will nur nach Hause.“ „Aber Charlie …“ „Bitte, mir fehlt nichts. Ich bin einfach nur müde und will meine Ruhe haben? „Was meinst du?“ fragte er Megan halblaut. „Sie hat gesagt, das geht in Ordnung“, kam es von hinten, „ich steh vielleicht unter Schock, aber meine Ohren nicht.“ Ein Lächeln huschte über Dons Lippen. „Na gut, einverstanden. Hast du Hunger? Möchtest du was trinken?“ Charlie schüttelte kaum merklich den Kopf, kurz darauf übermannte ihn der Schlaf. Dass sein Körper die ganze Zeit über unter Hochspannung gestanden hatte, forderte nun seinen Tribut.

 

Tessa saß im Büro von Lincoln Hoyt, einem der Geschäftspartner ihres Mannes. „Lincoln wo sind die Unterlagen über Halifax Treasure? Diesem Trust den Gordon kurz vor seinem Tod gegründet hat?“ Lincoln lief schon seit geraumer Zeit wie ein gereizter Tiger hin und her. Tessa konnte es zwar nicht sehen, jedoch hören, ebenso wie die Anspannung in seiner Stimme, „ich weiß nicht, was du meinst“, sagte er einen Tick zu laut und zu schnell, „es kam nie dazu. Die Unterlagen müssen noch in seinem Safe liegen.“ „Ich bin vielleicht blind Lincoln, aber nicht blöd. Gordons Safe ist leer wie ein Supermarkt nach Kassenschluss“, gab sie gelassen zurück, „wo sind die Unterlagen.“ „Frag seinen Anwalt.“ „Das hab ich schon, der weiß es auch nicht.“ „Frag seine Sekretärin.“ „Er hat sie zwar in die Geheimnisse des Kamasutra eingeweiht, aber sicher nicht in Firmengeheimnisse. Lincoln, du bist der Treuhänder des Trusts. Wo sind die Unterlagen.“ Wütend ballte er seine Hände zu Fäusten, „wieso willst du das überhaupt wissen? Wegen deinem Anteil an dem Erbe? Keine Bange, du kommst schon nicht zu kurz.“ Tessa schickte ein gönnerhaftes Lächeln in seine Rechnung, „hätten wir uns auf Gordons Geschäftssinn verlassen, dann säße ich jetzt wahrscheinlich in einem Obdachlosenasyl und wäre auf Spenden anderer Leute angewiesen. Es geht hier nicht um Geld. Der Halifax Treasure könnte uns auf die Spur von Gordons Mörder bringen.“

 

„Das ist absoluter Schwachsinn“, fauchte Lincoln und tupfte sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn. Er ging an Tessa vorbei und stellte die Klimaanlage auf die nächsthöhere Stufe. „Anscheinend wird dir bei unserem Gespräch ganz warm uns Herz“, neckte Tessa. Sie war ihm schon immer unheimlich gewesen. „Die Klimaanlage spinnt“, gab er genervt zurück. „Wenn du etwas über den Trust weißt, dann sag es mir. Bedenke, auch dein Leben könnte am Spiel stehen.“ Er räusperte sich, „was, was willst du damit sagen?“ „Wenn der Trust der Schlüssel zu Gordons Ermordung ist, dann ist jetzt auch derjenige in Gefahr, der die Akten in seinem Besitz hat. Ich bin überzeugt davon, dass irgendein Hinweis darin zu finden ist, weshalb mein Mann starb. Wäre ich nicht blind, hätte ich schon längst darin gelesen. Und du solltest es auch tun Lincoln und zwar schnell.“ Sie stand auf, nahm ihren Blindenstock in die Hand und ging zur Tür. Dort angekommen setzte sie ihre dunkle Sonnenbrille auf und wandte sich noch einmal um, „an deiner Stelle würde ich in nächster Zeit nur Taxis benützen. Wenn sie dir allerdings einen Scharfschützen auf den Hals gehetzt haben, bringt das auch nicht viel. Ich würde auch große Glasscheiben wie diese meiden, sofern sie nicht verspiegelt sind.“ Erschrocken trat Lincoln weg von der Glasfront. „Was weißt du Tessa, was hat dir Gordon erzählt?“ Sie zuckte die Schultern, „du weißt so gut wie ich, dass er nicht viel mit mir geredet hat. Allerdings habe ich so einige Telefongespräche mitbekommen und andere Dinge. Gut möglich, dass er annahm, mein Gehör wäre ebenso taub, wie meine Augen blind.“

 

„Bitte Tessa, gib mir einen Hinweis, wonach muss ich suchen?“ flehte Lincoln. „Dann hast du also doch die Unterlagen.“ Es war keine Frage, es war eine Feststellung. Er schluckte, Tessa konnte es deutlich hören, „nicht alle, einige liegen in einem Bankschließfach.“ Sie spielte mit einer Haarlocke, „dann würde ich mir diese Unterlagen zuerst ansehen. Die Leute, die Gordon ermordet haben, sind noch immer damit beschäftigt das zu suchen, was sie belasten könnte.“ „Woher …“ „Ich hab ein paar ausgesprochen nette Nachrichten auf seinem AB gefunden. Als nächstes gehe ich damit zum FBI. Entweder du vertraust mir oder du tust es nicht, dann reservier ich dir schon mal einen Grabstein. Vielleicht krieg ich ja Mengenrabatt.“ Ihre eisige Stimme jagte ihm Furcht ein. „Ich kümmere mich darum, versprochen. Wenn ich das Zeug habe, dann melde ich mich bei dir, in Ordnung?“ Sie nickte, dann öffnete sie die Tür und verschwand.

 

Die letzten Tage waren für Tessa ein Albtraum gewesen. Zwar hatte sie schon länger den Verdacht gehabt, dass Gordon an illegalen Unternehmungen beteiligt gewesen war, aber der Halifax Treasure schlug dem Fass den Boden aus. Dieser Trust diente einzig und allein dazu, Geld, das aus dunklen Kanälen zu ihm geflossen war, zu waschen. Im Gegenzug hatten ihn diese Leute bei seinem Projekt mit dem Nachrichtensatelliten unterstützt. Natürlich nicht zum „Selbstkostenpreis“. Die ganze Sache stank so gewaltig zum Himmel, dass früher oder später auch das FBI darüber stolpern würde. Daher hatte Tessa beschlossen sich mit Don zu verabreden. Das ging aber nicht, solange sie nicht die Unterlagen hatte. Dieses Problem war nun erfolgreich aus der Welt geschafft. Ihre Intuition hatte sie in Sachen Lincoln nicht im Stich gelassen. Der Kerl war so erbärmlich, dass er einem schon wieder leid tun konnte. Sein, sogenanntes, Imperium basierte einzig und allein auf der Arbeit seines Vaters, der sich aus eigener Kraft vom kleinen Fabrikarbeiter zu einem angesehenen Industriemagnaten hochgeschuftet hatte. Leider war Lincoln Hoyt senior viel zu früh einem Schlaganfall erlegen und was machte sein Sohn? Er verspielte und versoff Millionen in den Kasinos von Las Vegas. Kurz vor seiner Pleite traf er Tessas Mann und beschloss, sich in dessen Windschatten zu hängen. Mit Erfolg Hoyt Industries boomte und gehörte du einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit. Kein Wunder einer ihrer Auftraggeber war die NASA. Ihr Chauffeur wartete bereits. Er hielt Tessa die Tür auf, als sie in den Wagen stieg.

 

Don hatte Charlie nach Hause gebracht und musste sich gleich darauf eine Standpauke von Alan anhören, weil niemand es der Mühe wert gefunden hatte, ihn zu informieren. „Es tut mir leid Dad, wie oft noch?“ fuhr Don seinen Vater an, „es geht ihm doch gut. Ihm ist nichts passiert.“ „Und wenn doch, wann hätt ich davon erfahren? Bei seinem Begräbnis?“ schnappe Alan. Don sah besorgt zur Treppe hinauf, Charlie war ins Bad gegangen, um sich zu duschen. „Bitte Dad, nicht so laut.“ „Nicht so laut, nicht so laut? Soll ich mich denn nicht aufregen? Mir wär lieber du würdest Charlie in der nächsten Zeit ganz aus euren Fällen raushalten. Der Junge hat keine Zeit durchzuatmen. Wenn er nicht von Verbrechern entführt wird, dann vom CIA. Was kommt als nächstes?“ Don stützte seine Hände in die Hüften und verdrehte die Augen, „Dad, bitte. Beruhige dich, okay? Charlie geht’s gut. Er ist wieder zu Hause. Er schafft das schon.“ Alan schüttelte zweifelnd seinen Kopf, „Donnie, er ist nicht wie du. Du bist es gewohnt ständig Leichen um dich zu haben und Gewalt und was weiß ich noch alles. Du bist es gewohnt allein mit Problemen klar zu kommen, weil das immer schon so war. Charlie ist da ganz anders. Bleib mal eine Nacht lang hier, dann kannst du ja zu ihm gehen, wenn er wieder Albträume hat und mit Nasenbluten aufwacht. Ich kann dir sagen, ein schöner Anblick ist das nicht.“

 

Don schob den Kaugummi nervös in seinem Mund hin und her. Er wusste nicht, was er Alan noch versprechen oder sagen sollte. „Weißt du was Dad? Ich muss los, Megan sitzt bereits seit fünfzehn Minuten da draußen im Wagen und wartet auf mich.“ „Ach du liebes bisschen, weshalb hast du nichts gesagt?“ „Weil ich nicht dachte, dass du … lassen wir das einfach, okay? Ich melde mich später.“ Ohne eine Antwort abzuwarten, eilte er hinaus. Charlie stand in seinem schwarzen Bademantel am Treppenabsatz. Nachdenklich rubbelte er sich mit einem Handtuch die Haare. Seine Entführung hatte nicht nur sein Leben sondern auch das der anderen beeinflusst. Eine Tatsache, die sich nicht leugnen ließ und an der er sicher noch eine Weile zu knabbern hatte. Wenn es nach seinem Vater ginge, würde ihn dieser wohl am liebsten zu Hause einsperren und unter einen Glassturz stellen. Don nahm die Sache lockerer, es sah zumindest danach aus, sonst hätte er ihn wohl nicht um Hilfe gebeten. Und was wollte er selbst? Er wollte sein altes Leben wieder haben. Eines ohne Ängste und Zweifel. Wo seine größte Sorge darin bestand, wie er Milly die nächsten Tage aus dem Weg gehen konnte, weil sie mal wieder tierisch nervte. Er hatte jetzt keine Lust darauf, seinem Vater gegenüberzutreten. „Dad, ich geh schlafen“, rief er deshalb nach unten. „Und was mach ich jetzt mit dem Hackbraten?“ „Den kann ich morgen auch noch essen“, gab Charlie zurück und schlurfte in sein Schlafzimmer. Er zog sich seinen rotgestreiften Pyjama an, krabbelte unter die Decke und mummelte sich ein.