Teil 3

Nach dem Frühstück deckten Don & Alan den Tisch ab, während Margaret mit Charlie nach oben gegangen war um ihn fertig anzuziehen. 'Charlie... du räumst aber nachher mal dein Zimmer auf. Ok?' Er nickte. 'Aber ich meine nicht alles nach links oder rechts.' Sie sah ihren Sohn mit einem leicht ermahnendem Blick an. 'Ok?' 'Ok. Aber...' 'Mh?' 'Ist doch gar nicht dreckig.' Margaret konnte sich ein leichtes Grinsen einfach nicht verkneifen, aber natürlich hielt sie den Kopf so, dass ihr kleiner Sohn es nicht sehen konnte. 'Charlie...' sie band seinen zweiten Schuh zu. 'Das hatten wir doch schon mal, oder?!' Charlie nickte. Diese Diskussion führten sie regelmäßig.

Für Charlie war sein Zimmer nicht unordentlich oder gar dreckig, sondern bestens in Ordnung. Er fand das, was er brauchte problemlos und er fühlte sich auch wohl in seinen vier Wänden. Seine Eltern waren jedoch anderer Meinung. Wenn sie in das Zimmer ihres Jüngsten sahen, sahen sie einfach nur ein riesiges Chaos. Überall lag etwas auf dem Boden. Da lagen Bücher. Dort lagen Stifte. In der Ecke lagen ein paar Anziehsachen aus dem Schrank und in einer anderen Ecke lagen ein paar Spielsachen. Es heerschte einfach ein riesengroßes Durcheinander. Aber Charlie war nur schwerstens dazu zu bewegen etwas ordentlich zu halten. Vor einem halbem Jahr waren sie mal wieder zu einem Beratungsgespräch bei Prof. Dr. Bernstein gewesen, um Charlie's Fortschritte zu untersuchen und zu protokollieren. Und dort hatte Margaret das Thema Ordnung auf den Tisch gebracht und von dem Professor erfahren, dass Charlie einfach einen anderen Sinn für Ordnung hätte. Er war einfach nicht in der Lage wahrzunehmen, wenn etwas, in den Augen Anderer schon längst, unordentlich war. Man müsse ihm das langsam und mit Geduld beibringen. Anders als bei einem normalem Kind arbeitet Charlie's Gehirn auf Hochtouren und sieht so etwas wie Ordnung als nebensächlich und vollkommen unrelevant an. Bei dieser Erinnerung fiel Margaret wieder eine Bezeichnung auf, die sie auf's Tiefste haßte. Wenn Ärzte über ihren Sohn sprachen fiel oftmals der Ausspruch 'normales Kind'. Sie waren mittlerweile schon bei recht vielen Ärzten & Professoren, doch es versetzte ihr jedes Mal auf's Neue einen Stich. Was sollte immer dieses 'normale Kind'? Ihr Kleiner war ein Kind wie jedes andere auch. Sicher... mit einem IQ von 150 ist er schon etwas anders, aber dennoch war Charlie ein kleiner 5jähriger Junge, der noch vieles lernen und erleben würde und durchaus normal war.