Teil 1

Don stieg ins Auto und schloss die Tür etwas unsanfter als sonst. Er war von Alan, seinem Vater, und seinem kleinen Bruder Charlie zum Frühstück eingeladen worden und hatte sich dabei gedacht, dass man ja eher losfahren könne, um noch, als Überraschung, frische Brötchen mitzubringen. Er machte sich auf den Weg und hielt unterwegs wirklich noch kurz beim Bäcker, kaufte Brötchen und fuhr dann gen Heimat. Als er ankam, die Tür aufschloss und in den warmen, einladenden Flur eintrat roch er bereits den frischen Kaffe und hörte Alan in der Küche klappern. Als er um die Ecke trat sah er, dass der Tisch bereits fertig gedeckt war und Alan noch ein wenig in der Küche werkeln. „Guten Morgen Dad!“ sagte er und ging ebenfalls in de Küche, um die Brötchen in den Brotkorb zu packen. Sein Vater wünschte ihm ebenfalls einen guten Morgen, dann sah er seinen ältesten an. „Don, würdest du mal nachsehen, ob Charlie schon wach ist?“ fragte er freundlich und stellte den Brotkorb. Don nickte und ging dann hoch, um Charlie zu wecken. Er klopfte leise an die Tür seines kleinen Bruders, dann trat er ein. Was er sah verwunderte ihn. Das Fenster war gekippt und das Bett leer... und unbenutzt! Don überlegte kurz, dann ging er ins Bad, in der Hoffnung, Charlie hier zu finden. Dennoch, auch im Bad war er nicht. Eine Möglichkeit hatte er noch: Charlies Schuppen. Es war eher eine Art Unterschlupf, in den er sich zurückzog wenn ihm alles zu viel wurde, der für ihn aber so etwas wie eine eigene kleine Welt bedeutete, eine absolut notwendige Rückzugsmöglichkeit. Im Inneren standen viele Tafeln, die oftmals mit Formeln vollgeschrieben waren. Don ging langsam die Treppen runter und hinaus in den Garten. Er legte die Hand an die Klinke und hoffte, dass Charlie hier war. Als er die Klinke runterdrückte und die Tür öffnete ohne anzuklopfen erwartete er, dass sich ihm das gewohnte Bild des Lockenschopfes bot. Gewöhnlicherweise würde er wahrscheinlich vor einer der Tafeln stehen und wahnsinnig schnell Formeln niederschreiben, aber heute bot sich ihm dieses Bild nicht. Der Schuppen war leer! Das einzige was so war wie immer, war der feine Kreidestaub; er hing in der Luft und schien das Innere etwas vernebelt erscheinen. Dennoch, keine Spur von Charlie. Don sah sich nervös um. „Charlie? Bist du hier?“ fragte er in den leeren Raum hinein, auch wenn er wusste, dass diese Frage sinnlos war. Charlie war nicht zu Hause. Aber wo sollte er dann sein? Don ging grübelnd zurück ins Haus und zerbrach sich den Kopf über Charlies Aufenthaltsort. Plötzlich kam ihm eine Idee! „Vielleicht ist er ja bei Larry!“ sagte ihm ein Gedankenblitz, und das erschien ihm noch nicht einmal so abwegig. Ja, warum war er nicht direkt drauf gekommen? Charlie traf sich oft morgens mit Larry in der CalSci. Er ging wieder ins Haus um Alan kurz Bescheid zu sagen. Dieser wartete schon auf seine beiden Söhne. „Ah, da seid.. Don, wo ist Charlie?“ fragte er verwirrt als er sah, dass sein Sohn alleine zurückgekehrt war, ohne seinen jüngeren Bruder. „Hier zu Hause ist er nicht... ich vermute, dass er sich mit Larry getroffen hat oder sich auf irgendwelchen Unterricht vorbereitet. Ich fahre direkt hin und schau nach!“ antwortete Don, schnappte sich seinen Autoschlüssel und machte sich auf den Weg Richtung CalSci. Er hetzte regelrecht über die Gänge. Dennoch, er fand Larrys Büro nicht auf Anhieb sondern erst, nachdem er etwa eine halbe Stunde auf den Fluren herumgeirrt war. Er klopfte an und trat ein. Larry sah überrascht von einigen Dokumenten auf. „Oh, guten Morgen Don. Was kann ich für dich tun?“ Larry sah ihn gewiss nicht oft hier, meistens nur, wenn er Charlie um Hilfe bat. Und irgendwie hatte er das dumpfen Gefühl, dass es um eben diesen ging... Don sah ihn an. „Larry, hast du Charlie gesehen? Ich dachte er ist vielleicht bei dir. Zu Hause ist er nämlich nicht...“ Larry, der sich so eben noch mal zu seinen Akten gewandt hatte, sah erneut auf- diesmal mit einem überraschten Ausdruck in den Augen. „Charles?“ Don nickte bestätigend. Larry schüttelte den Kopf. „Nein, leider nicht. Aber wo du es sagst...“ Larry war einen Blick auf seine Uhr. „Wir wollten uns schon vor 10 Minuten treffen, um etwas zu besprechen. Ich habe wohl die Zeit vergessen... aber Charles war nie hier! Ich habe ihn das letzte Mal gestern Abend gesehen.“ Don seufzte leise, kaum merklich. „Aber wie wäre es, wenn du in seinem Büro nachschaust? Vielleicht bereitet er sich ja auf eine Unterrichtsstunde vor.“ Don nickte. „Danke für den Tipp!“ Damit verließ er das Büro und machte sich auf den Weg zu Charlies. Zu seiner Überraschung fand er diesen Weg auf Anhieb. Er öffnete die Tür und hoffte inständig, dass Charlie hier war. Als er eintrat bekam er jedoch einen großen Schrecken. Das Büro war zwar schon immer leicht chaotisch gewesen, aber nun war es verwüstet. Er sah sich genau um und fand schließlich einen Brief. Er las was auf dem Umschlag stand...
Special Agent D. Eppes
Neugierig öffnete Don den Brief, doch was er las, versetzte ihm erneut einen derben Schock...