Kapitel 9

 

An diesem Morgen, kam Charlie bestens gelaunt die Treppe herunter spaziert und pfiff leise vor sich hin. Don, der sich ebenfalls im Hause Eppes eingefunden hatte blickte ihn irritiert an.

„Da scheint ja einer bestens gelaunt zu sein.“

„Wir haben einen wunderbaren Tag, die Sonne scheint, was will man mehr?“ erwiderte Charlie mit breitem Grinsen.

„Kumpel, geht’s Dir gut?“ wollte Don wissen.

„Hervorragend. Ich glaube, so gut wie schon lange nicht mehr. Noch ein Brötchen?“ er sah Don fragend an.

„Nein,... danke.“ stammelte dieser und blickte mit einem 'Ich-verstehe-die-Welt-nicht-mehr-Blick' zu seinem Vater. Dieser zuckte nur mit den Schultern und widmete sich wieder seiner Zeitung.

 

„Was ist mit der chiffrierten Nachricht? Wie weit bist Du damit?“ fragte Don schließlich resignierend.

„Ich musste den Algorithmus nochmals anpassen. Aber jetzt befindet sich die Entschlüsselung in den letzten Zügen. Spätestens heute Nachmittag habe ich das Ergebnis.“

„Gut. Ruf mich sofort an sobald Du es hast. Das ist wichtig. Und wie lief es gestern mit Agent Simmons?“ wollte Don schließlich noch wissen.

Alan setzte seine Brille ab und schaute auf. Jetzt wurde es interessant.

 

„Ganz gut, ähm... denke ich zumindest.“ Charlie errötete leicht und wich Dons Blick aus. Zum Glück bekam sein älterer Bruder nichts davon mit.

„Schön, ich habe Dir ja gesagt, dass es schon nicht so schlimm wird.“

 

Sie frühstückten weiter und jeder schien seinen Gedanken nach zu gehen. Charlie spielte lustlos mit seinen Cornflakes herum. Sein Blick fiel auf die vor ihm stehende Milchtüte. Ein kleiner Comic war auf der Rückseite der Packung abgebildet. Und zum Schluss wurde eine Frage zu dem Comic als Preisrätsel gestellt.

 

„In welchem Land gab es früher Pharaonen?“ las Charlie geistesabwesend vor.

„Was hast Du gesagt?“ fragte Don und blickte seinen Bruder mittlerweile besorgt an. Irgendetwas stimmte heute nicht.

„Ach, das ist hier nur so ein Preisrätsel.“ versuchte Charlie abzulenken und stellte die Milchtüte zur Seite.

Doch plötzlich ergriff er wieder das Wort: „Hast Du dich jemals gefragt, wie es wäre mal fremde Kulturen zu entdecken. Oder ferne Länder?“

 

Don stellte seinen Kaffeebecher ab. „Charlie, bist Du krank? Ich meine, Du verhältst dich schon den ganzen Morgen so seltsam.“

 

„Nein, mir geht im Moment nur ziemlich viel durch den Kopf. Aber jetzt muss ich los. Die Uni wartet.“ Damit erhob er sich und verließ das Esszimmer.

Don schüttelte den Kopf und blickte verdutzt seinen Vater an. „Habe ich jetzt etwas Falsches gesagt?“

Und wieder zuckte Alan nur mit den Schultern, wohl wissend, dass die Krankheit, die seinen jüngeren Sohn befallen hatte, den Namen Allegra Simmons trug.

 

„Ich muss auch los.“ seufzte Don und brachte sein Geschirr in die Küche. „Wir sehen uns Dad.“