Teil 8

Don schaute sich noch einmal in der Küche um und musste verwundert feststellen, dass diese wie neu aussah. Das hätte er alleine nie im leben hin bekommen und schon gar nicht die Ente, die jetzt seit kurzer Zeit im Ofen vor sich hin garte. Bei diesen Gedanken fiel ihm auf, dass er sich eigentlich bis jetzt noch nicht wirklich bei Mel für ihre Hilfe bedankt hatte. "Was meinst du, wie lange braucht das Vieh noch im Ofen?"
"Hmm... ich denke.." Mel hielt einen Moment inne, überlegte, und zuckte schließlich mit den Schultern.

"Keine Ahnung - ich mach so was immer nach Gefühl, wenn dat Vieh gut aussieht hol ich´s aus´m Ofen. Fertig."
"Ah ja, das ist natürlich auch ´ne Variante zu kochen."
"Was soll denn das nun schon wieder heißen?" Mel wusste nicht so recht was sie davon halten sollte. Entschied sich aber dafür, es dabei zu belassen.

"Also wenn ich schon bei dir und dem Vogel bleibe, möchte ich wenigstens noch was zu trinken haben. Aber nein, kein Bier ich muss ja noch fahren, nicht wahr?" Sie funkelte Don böse an und während sie auf eine Reaktion von ihm wartete, machte sie sich schon am Kühlschrank zu schaffen und durchforstete diesen nach etwas antialkoholischem, wie Saft oder auch Cola. Nach kurzem Suchen wurde sie dann auch schließlich fündig und hielt stolz eine Packung O-Saft in der Hand.

"So, und wenn du mir jetzt auch noch verrätst, wo ich hier ein Glas finde..." Sie wandte sich vom Kühlschrank ab, drehte sich zu Don um und musste feststellen, dass dieser ihr anscheinend gar nicht zu gehört hatte, sondern mal wieder wie gebannt zu ihr rüber sah. Mel war irritiert, was war los? Hatte sie was falsches gesagt? Oder getan?

Auch nachdem ein Augenblick vergangen war, bekam sie immer noch keine Antwort von Don, wo sie nun ein Glas finden kann. Langsam wurde ihr die Situation zu blöd und sie entschied sich, dieser ein Ende zu setzen.

"Was ist? Hab ich was falsch gemacht oder was falsches gesagt? Oder weshalb starrst du mich so an, he?" Don wurde schlagartig bewusst, dass sie ihn diesmal dabei ertappt hatte, wie er sie beobachtet - nein, wie er sie anstarrte. "Wie? Was? Warum falsch gemacht?" Mit schlechtem Gewissen versuchte Don die Situation irgendwie zu retten. Man konnte beobachten wie es in seinem Hirn anfing zu arbeiten und kleine Rauchwölkchen aufsteigen. Nach kurzer Bedenkzeit, die Mel wie eine Ewigkeit vorkamen, antwortete er schließlich: "Nein nein, mir ist gerade nur aufgefallen, dass ich mich bei dir noch gar nicht bedankt habe für deine Hilfe und die Rettung des Abendessens."

Er machte ein kleine gedankliche Pause und fuhr fort: "Danke, ich weiß gar nicht wie ich das wieder gut machen kann." Seine Antwort klang immer noch sehr unwirsch und eigentlich mehr nach einer Ausrede als das es eine gelungen Antwort war. Mel entschloss sich, auf diese doch etwas holprige Antwort nicht noch eine spitzwindige Bemerkung zu machen. Don schien ihr sowieso schon sehr durcheinander und dann musste sie ihn ja nun nicht noch mehr aus dem Konzept bringen, oder doch?

"Och, mir fällt da auf Anhieb schon eine Sache ein. Du könntest mir endlich mal verraten, wo ich Gläser finde, hier. Na ja, was die Rettung anbetrifft, ich weiß ja nicht. Lass uns erst mal abwarten. Es können ja noch die komischsten Dinge passieren, ne wa?" Don schaute sie total entgeistert an und zeigte ihr, wo sie die Gläser finden konnte, schnappte sich sein Bier und ging nachdenklich nach nebenan.

"Komm, wir setzten uns hier rüber, wie die komischsten Dinge??? Ey mach mich nicht wuschig. Wenn das Federvieh nichts wird, weiß ich nicht, wie ich das Charlie und vor allem Dad erklären soll."

"Na dann schiebst du die ganze Schuld auf mich. Charlie dürfte das sofort verstehen und was deinen Vadder angeht - nun gut, dass musst du dann klären." Sie balancierte ein zu voll geratenes Glas O-Saft quer durch den Raum, um sich dann neben Don auf die Couch zu setzen. Don beobachtete die ganze Sache misstrauisch in Gedenken an den erst vor kurzem grundgereinigten Teppichen. "Na, noch voller ging das Glas wohl nicht, wie?"

"Was willst du?? Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich noch einen Zaun angebaut, damit mehr rein passt." Voller Stolz hielt sie das Glas immer noch in der Hand und stellte es dann doch auf dem Tisch ab. Sie saß noch keine zwei Minuten, als sie die Musikanlage und die dazugehörige Musiksammlung entdeckte. Entzückt von so vielen CDs musste sie ihrem inneren Zwang nach gehen und die Sammlung einmal genauer unter die Lupe nehmen.