Teil 7

Nachdem sie gemeinsam die Küche erst mal wieder auf Vordermann gebracht hatten, machten sie sich an das eigentliche Abendessen. Eine gute Stunde standen sie noch in der Küche und versuchten zu retten, was zu retten ging. Zu guter Letzt haben sie den Vogel, der sich als Ente entpuppte, in die Röhre geschoben.
"So und nun lassen wir dat Vieh erst mal in der Röhre ein bisschen schmoren." Sagte Mel und griente sich eins dabei.
"Aber eins musst du mir noch verraten Don. Wie schafft ein Einzelner Mensch es in solch kurzer Zeit, ein derartiges Chaos in der Küche anzurichten?" fragte sie, während sie noch den letzten Rest von den Vorbereitungen in die Spülmaschine stellte. Don lachte nur etwas verschmitzt, zuckte mit den Schultern und antwortete "Jaaa, wenn ich das wüsste. Nein, ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich das geschafft habe."
Mel griff nach ihrem Bier, nippte daran und musste mit verzerrtem Gesicht feststellen, dass das Bier inzwischen abgestanden geschmeckt hat.
"Uh, das schmeckt ja grausig, igitt!" Ohne große Umwege, floss der Rest des Bieres in den Ausguss.

"So, aber jetzt mach ich mich endlich vom Acker. Der Wellnesstag scheint doch etwas länger zu dauern und so lange wollte ich dir dann doch nicht auf den Wecker fallen."
"Wie, was? Du willst gehen? Ohhh nein, du kannst doch jetzt nicht einfach gehen, der Vogel ist noch gar nicht fertig und außerdem weiß ich nicht, wie lange das Vieh noch im Ofen bleiben muss. Und überhaupt..." Don gingen die Argumente aus, er musste überlegen, was er noch anbringen kann, damit Mel bleiben würde. "Und außerdem musst du das auch probieren was wir da fabriziert haben." In Don kam Verzweiflung hoch, erstens wollte er jetzt nicht allein bleiben und zweites zweifelte er daran, das der Braten was werden würde ohne Mel´s Hilfe. "Ha, du kannst jetzt gar nicht fahren, du hast Bier getrunken und das kann ich nicht zulassen. Die Autoschlüssel, bitte!"

Mel war im ersten Moment doch recht überrascht über das letzte Statement von ihm. Folglich brauchte sie einen kurzen Augenblick bis sie wieder im Stande war ihm daraufhin eine Antwort zu verpassen. "Was? Geht´s noch?" Normalerweise konnte Mel so schnell nichts aus der Fassung bringen, außer es geht um Matheklausuren, aber wenn es um ihre heißgeliebte Schrottkarre bzw. wie hier in diesem Fall um ihren Autoschlüssel geht, dann brauchte sie doch einen Moment um sich wieder zu fangen.
"Bist du noch ganz edel im Schädel? Weißt du wie lange dieses Bier schon her ist? Meinen Autoschlüssel bekommst du jedenfalls nicht, damit das schon mal klar ist." Mel konnte ein flüchtiges Lächeln, in ihrer Empörung, nicht unterdrücken.
Ganz nebenbei überlegte Mel, warum er sie nicht einfach fragte, ob sie noch bleiben würde.

Mel wartete eine Antwort von Don gar nicht erst ab, denn sie hatte schon längst eine Idee, die sie ihm auch gleich unterbreitete.
"OK, Kompromiss. Ich bleibe noch so lange, bis dieses Federvieh gar ist und dafür lässt du mir meinen Autoschlüssel bzw. bekommst du ihn gar nicht erst. Einverstanden?"

"Also? Was sagst du? Ich finde den Kompromiss mehr als fair."

Eigentlich musste Don gar nicht überlegen was den Kompromiss anging, aber er war doch sehr überrascht über die Reaktion von Mel, als es um den Autoschlüssel ging.
"Gut, abgemacht." Don war froh, dass sie doch nicht gehen würde. Er mochte es, in ihrer Nähe zu sein, vielleicht auch, weil sie so eine untypische Art an sich hat. Es gefiel ihm.