Kapitel 6

 

Auf Dons Gesicht zeigte sich mehr Ahnungslosigkeit, als wenn Charlie mit Formeln und Gleichungen um sich warf. Colby stand auf und ging hinüber zu Dons Schreibtisch, um sich in das Gespräch einzumischen. „Woher wollen Sie wissen, wer Sarah verfolgt hat?“ fragte er.

„Nun, wir würden es vorziehen, erst einmal mit Agent Eppes alleine die Fakten durchzugehen“, sagte der ergraute Detective Miller.

„Ich habe nichts vor meinem Team zu verbergen. Lassen sie uns doch alle in den Besprechungsraum gehen“, sagte Don in einem Tonfall, der keinen Zweifel zuließ und zeigte den beiden Herren den Weg.

„Vielleicht hast Du nichts vor uns zu verbergen, aber Sarah schon?“ schoss es Colby durch den Kopf. Er winkte Megan und David herbei und folgte seinem Boss und den beiden Detectives.

 

Nachdem sich alle untereinander vorgestellt hatten begann Detective Miller: „Um das gleich von Anfang an klar zu stellen: Sarahs Wohlergehen liegt uns persönlich sehr am Herzen.“ Detective Grady nickte zustimmend. „Hat sie als ihren Angreifer nicht Frank Baker identifizieren können?“

„Nein, sie konnte keinerlei Angaben machen, außer eben das ganz Allgemeine über Kleidung, Größe ca. 180, männlich, weiß, so um die 35 Jahre. Das deckt sich mit den Beschreibungen der anderen Augenzeugen“, berichtete David.

„Aber sie standen sich doch wohl gegenüber?“ hakte Detective Miller nach.

„Ja“, bestätigte David.

„Und sie hat ihn nicht erkannt?“

„Sie versicherte uns immer wieder, dass sie ihn nicht kennt – sie konnte auch keine genaue Beschreibung für ein Phantombild abgeben.“

„Nun ja, diese allgemeinen Daten treffen auch auf Frank zu. - Steve, was denkst Du?“

 

Der Jüngere der beiden hatte sich weg gedreht und war zum Fenster gelaufen: „Sie will ihn nicht erkannt haben! Die Schublade ist zu und soll geschlossen bleiben. Aber wer sollte ihr sonst etwas antun wollen? Seine Kumpels? Alle, die wir damals nicht anklagen konnten, halten sich sicher fern von ihr, aus Angst, sie könnte sich wieder erinnern und auch gegen sie aussagen. Nein, die haben kein Interesse daran, sie anzugreifen. Es ist kein Zufall, dass er aus der Haft fliehen konnte und sie nun kurz drauf angegriffen wird. Wir haben ihn im Gefängnis so gut es geht überwacht und abgeschirmt, aber dennoch war klar, dass er Kontakt nach außen hat. Die Frage, die ich mir stelle ist eher: Hat Scott geredet, bevor sie ihm eine Kugel verpasst haben, oder wie konnte er sie sonst so schnell finden? Noch nicht einmal ich wusste, dass sie nach LA gegangen ist. Du weißt, dass ich mich weitestgehend aus der Eingliederung ins Zeugenschutzprogramm raus gehalten habe, um keine Gefahr für sie darzustellen.“

 

Colby war hellwach und konnte nicht fassen, was er da gerade hörte! Die einzelnen Puzzleteile, die er über Sarah kannte, sollten jetzt zusammengelegt werden? Diese Schublade, von der redete sie oft, wenn es ihr schlecht ging. Ihre mentale Schublade, in der alles von „früher“ drin ist. Aufgrund ihres Verhaltens, ihren Schlafstörungen und Panikattacken war ihm klar, dass ihr irgendwann einmal etwas Schlimmes zugestoßen sein musste. Aber was, wer und in welchem Ausmaß, darüber hatte sie nie sprechen wollen und er hatte sie nie gedrängt. Das einzige, was sie ihm gesagt hatte war, dass sie in Sicherheit war. Natürlich hatte er, nach reiflichem Überlegen, ihren Namen in den FBI Computer eingegeben, aber da kam eine blütenreine Akte zum Vorschein. Irgendetwas verheimlichte sie ihm, das war ihm klar, aber er vertraute ihr. Vor allem gab es genug Frauen da draußen, die Gewalttaten nie zur Anzeige brachten. Er hatte sich einfach vorgenommen für sie als Freund da zu sein.

 

Da Sarah im Zeugenschutz ist, wurde Colby nun klar, warum er nichts in ihrer Akte gefunden hatte. Der Nebel um ihr Geheimnis, schien sich gerade zu lichten. Frank hatte ihr das alles angetan, er schien im Gefängnis gewesen zu sein, aber nun war er wieder auf freiem Fuß und hinter ihr her.

 

„Wo ist sie denn jetzt und wer ist bei ihr?“ Detective Miller hatte die Frage noch nicht richtig ausgesprochen, da sprang Colby auf und sagte, dass er ihr wieder Schutz holen würde. Die Agents vorm Eppes Haus hatten sie gestern abgezogen, weil sie keinen Zusammenhang erkennen konnten und alles eher auf eine Zufallstat deutete, dem Charlie aber nicht zugestimmt hatte.

 

Zuerst rief Colby Sarah an und vergewisserte sich, dass es ihr gut ging. Sie saß gerade mit Alan und Charlie beim Frühstück und freute sich über seinen Anruf. Colby verschwieg ihr den ursprünglichen Anlass und behauptetet, er wollte sich nur mal melden. Ihr ging es gut, das war das Wichtigste. Er erklärte ihr, dass sie wieder zwei Agents vorm Haus postieren würden als reine Vorsichtsmaßnahme. Sarah nahm es zum Glück ohne Rückfragen hin.

 

Als er wieder in den Besprechungsraum zurückkam, zeigte Detective Grady über seinen Laptop das Foto eines Mannes auf dem Bildschirm. Das musste wohl Frank sein.

„Hat sie hier Freunde oder Bekannte, denen sie von sich erzählt haben könnte?“

„Wir kennen sie alle persönlich. Sie ist vor gut drei Monaten in das Haus meines Bruders eingezogen. Sie hat den Namen Frank Baker nie erwähnt. Sie erzählt allgemein nicht viel über sich“, erklärte Don, drehte sich zu Colby und stellte fest: „ Du kennst sie doch etwas besser?!“

 

„Iirgh“, Colby hatte versucht etwas zu sagen, aber seine Stimme versagte ihm. Er hatte Angst vor dem, was ihn hier erwarten würde. Er räusperte sich und sagte vorsichtig: „Ich wusste, dass man ihr etwas angetan hat, aber wer das war und was genau passiert ist, das hat sie mir nicht gesagt.“

„Kennen Sie sie näher?“ fragte Detective Grady.

Colby nickte nur.

„Hat sie immer noch Schlafstörungen und kann nicht länger als 3 Stunden am Stück schlafen, außer es ist jemand bei ihr?“

Erneut nickte Colby.

„Es tut gut zu sehen, dass sie hier jemanden gefunden hat, auf den sie sich verlassen kann.“

Erst jetzt bemerkte Colby, dass er und Detective Steve Grady sich vom Typ her recht ähnlich waren. Grady war etwas größer als er, genauso breitschultrig und muskulös. Detective Grady strahlte Ruhe aus und etwas sanftes lag in seiner Stimme, wenn er von Sarah sprach.

„Sie hat Ihnen nicht erzählt, was damals passiert war, Agent Granger?“

„Nein, sie erzählt immer nur allgemein von früher, keine Einzelheiten. Die Schublade, die Sie aber eben angesprochen haben, hat sie mir gegenüber auch erwähnt.“

 

Don konnte nur mit Mühe folgen. Was war mit Sarah damals geschehen? Er hatte von Alan und Charlie mal erzählt bekommen, dass sie wohl unter Schlafstörungen leidet, allgemein wenig schläft und wenn doch, dann wild träumt und im Schlaf redet. Charlie hatte ihm auch mal erzählt, dass er sie sogar aufschreien gehört hat. Aber dass Sarah ein ernstes Problem haben sollte, daran hatte er noch nicht gedacht. Das würde dann doch die enge Beziehung zu Colby erklären. Er wusste aus irgendeinem Grund mehr, als sie alle zusammen.

 

„Dieser Kerl“, fuhr Detective Miller fort und deutete auf das Foto auf dem Bildschirm, „hat ihr unfassbare Dinge angetan. Dass Frank Baker wieder auf freiem Fuß ist, lässt uns keine Ruhe. Er hatte Sarah schon mal in seiner Gewalt gehabt, und das darf sich auf gar keinen Fall wiederholen.“

„Sie nannten sie vorhin Melissa?“ fragte Don.

„Ja, eine Namensänderung im Rahmen des Zeugenschutzes“, erklärte Grady. „Den Schutz hatten wir ihr schon vor über eineinhalb Jahren angeboten, aber da hat sie unsere Hilfe noch nicht annehmen wollen. Zu groß war die Angst vor ihm. Als er sie dann wieder einmal halbtot geprügelt hat und sie im Koma lag, haben wir sie einfach ins Programm aufgenommen. Wir haben Melissa in Boston offiziell sterben lassen. Dann stand die Frage an, in welche Klinik wir sie verlegen sollten. Ich hatte mich unabhängig von Melissas Schicksal in Washington beworben und meine Versetzung war bewilligt worden. Da sie zumindest ein bekanntes Gesicht wiedersehen sollte, haben wir sie als „unbekanntes Opfer“ in eine Klinik in Washington eingeliefert, wo sie wieder aufwachte. Ich besuchte sie im Krankenhaus, half ihr die Reha und den kompletten Entzug durchzustehen und ….“

„Den Entzug?“ entfuhr es Don etwas lauter als geplant.

„Frank hatte sie so an sich gebunden. Als er merkte, dass sie sich versucht zu lösen, hat er sie angefixt. Da sie nichts hatte, keinen Job, kein Geld, keine Wohnung und dann auch noch drogenabhängig war, ist sie bei ihm geblieben. Sein Plan ging vorerst auf. Er wusste aber nicht, dass wir in Kontakt mit ihr standen und sie da raus holen wollten.“

„Welche Straftaten umfasst genau Bakers Akte?“ meldete sich nun Megan zu Wort, die ein Profil erstellen wollte.

„Er war kriminell auf der ganzen Linie. Harmlosere Sachen wie Phishing, Scheckkartenbetrug stehen genauso in seiner Akte wie Raubüberfälle, Mord und Erpressung. Gedealt hat er auch. Eigentlich die ganze Palette. Leider konnten wir ihm nicht alles nachweisen, da er kaum Spuren hinterlassen hat, er ist wirklich clever. Die meisten Spuren führten alle zu Sarah und weiteren Handlangern. Sarah hatte ihm dank ihrer Fertigkeit mit dem Computer und Internet viele Türen geöffnet. Andere haben die Arbeit erledigt und er hat das Geld abgegriffen. Wenn ihm einer blöd kam, bekam dieser einfach eine Kugel in den Kopf. Frank ist eiskalt. Er nimmt sich, was er will.“

„Aber er scheint kein guter Schütze zu sein“, überlegte David laut, was ihm sofort leid tat, denn er wollte auf keinen Fall, dass Sarah etwas zustößt.

„Doch, er ist ein hervorragender Schütze. Bei dieser Verfolgungsjagd wollte er Sarah auf keinen Fall verletzen oder gar töten, dass ist nicht sein Ziel. Er…“

„… will sie wieder besitzen, bei sich haben, deswegen hat er sie nicht erschossen“, vollendete Megan den Satz von Detective Grady. Dieser nickte.

 

In Colbys Kopf setzte sich ein Puzzleteil an das nächste. Alles passte zusammen: ihre Schlafstörungen, das nächtliche Hochschrecken oder gar um sich schlagen, ihre ablehnende Haltung gegenüber Psychopharmaka wie Schlaftabletten, ja sogar Schmerztabletten lehnte sie rigoros ab. „Sie ist ein misshandelter Junkie“, fasste Colby für sich zusammen. Auch stellte er nun erleichtert fest, dass sie ihm nicht wegen fehlendem Vertrauen nichts von früher erzählt hatte. Nein, sie durfte es schlicht und ergreifend wegen des Zeugenschutzes nicht.

 

“Sie waren also von Anfang an für den Fall zuständig?“ fragte Don.

„Ich war bei unserer ersten Begegnung noch normaler Polizist, als ich ins Krankenhaus zu einer schwer misshandelten Frau gerufen wurde. Zusammen mit einer Kollegin bin ich zu ihr, um ihre Anzeige aufzunehmen, aber sie wollte nicht. Sie hatte wahnsinnige Angst, hatte aber durchsickern lassen, wer ihr das angetan hatte und auch, zu was Frank alles fähig ist. Frank war ein recht großer Fisch, wir hatten so einige Anhaltspunkte in was er alles verstrickt war, allein deswegen wollten wir ihre Aussage. Nachdem wir ihren Background gecheckt hatten, war mir klar, dass sie früher oder später Polizeischutz zustimmen würde. Ihr Leben war nicht sehr rosig verlaufen und ich wollte ihr einfach aus dieser Abwärtsspirale raus helfen. Ihre Mutter hatte die Familie verlassen, da war sie acht Jahre. Der Vater war Alkoholiker. Wahrscheinlich wurde sie auch schon damals geschlagen und misshandelt. Sie kam von einer Pflegefamilie in die nächste. Keiner hat sich richtig um sie gekümmert, keiner hatte ihre Begabung für die Mathematik erkannt. Sie schlug sich so durch die Highschool und ist dann abgehauen. Sie kämpfte sich alleine durch, bis sie irgendwann an Frank geriet. Der war wohl auch erst nett zu ihr, erkannte ihr Talent und wusste das für sich zu nutzen. Er gab er ihr ein Dach über dem Kopf, kümmerte sich um sie, schickte sie sogar aufs College und sie blieb bei ihm. Frank war grotesker Weise der erste Mann, der sie mit Respekt behandelt hat – zumindest für den Anfang. Es lief ein paar Jahre gut, dann wollte sie etwas mehr aus ihrem Leben machen, sich aus seinen „Geschäften“ zurück ziehen, da fing er an sie zu schlagen und später unter Drogen zu setzen. Melissas Krankenakte ist ellenlang, sie war unzählige Male in der Notaufnahme.“

„Sie haben sie dann einfach ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen?“ erkundigte sich Megan.

„Als wir davon unterrichtet wurden, dass sie wieder im Krankenhaus liegt und es diesmal gar nicht gut aussaht, bin ich sofort hin gefahren. Was ich da gesehen habe, hat mich einfach handeln lassen, obwohl sie es bis dahin immer wieder abgelehnt hatte“, Detective Grady schaute in fragende Gesichter, denn eigentlich reißt man nicht einfach Leute gegen ihren Willen aus ihrem bisherigen Leben. „Mittlerweile ist sie dankbar, dass wir ihr diese Entscheidung abgenommen haben“, versicherte er. „Ich kann ihnen das letzte Foto von Melissa zeigen, dann werden auch sie verstehen, warum ich so gehandelt habe.“ Er suchte kurz in seinem Laptop und es erschien ein Foto auf der Leinwand.

 

Darauf zu sehen: Eine Frau in einem Krankenbett, Intimbereich und Brust mit einem weißen Tuch abgedeckt. Sie wird beatmet und ist umringt von medizinischer Technik, diverse Monitore und Infusoren. Ihr Körper neben venösen Zugängen und Überwachungselektroden über und über mit blauen Flecken übersäht. Das Gesicht stark zugeschwollen, wie bei einem Boxer nach einem Kampf. Im Bauchbereich waren deutlich einige Schuhabdrücke zu erkennen.

 

Don klappte der Mund auf, Megan stöhnte nur „Oh mein Gott!“ und David protestierte, dass das unmöglich Sarah sein könnte.

Colby starrte auf das Bild. Das Puzzle in seinem Kopf war komplett. Das ganze Grauen passte nun zusammen. „Doch David, das ist Sarah. Siehst Du den Leberfleck an der Schulter? Das ist sie. Das ist unsere Sarah!“

 

 

„Wie kann man denn so etwas jemandem antun?“ presste Don hervor. Er hatte ja schon viel erlebt in seiner FBI Laufbahn, aber meistens hatte er es mit Toten zu tun, die er nie gekannt hatte. Das ganze Schicksal von Sarah zu erfahren, war unfassbar.

„Sie war schwanger. Das machte ihn so wütend. Er war sich nicht sicher, ob er der Vater ist, da hat er sie halbtot geprügelt. Ob er nur das Baby oder auch gleich sie töten wollte, ist nicht geklärt.“ Absolute Stille im Raum. „Es ist wohl so, dass er einigen Typen, denen er was schuldig war, sei es Geld oder Drogen, Sarah als Gegenleistung angeboten hat. Er hatte sie unter Drogen gesetzt und die Kerle ein paar Stunden mit ihr alleine gelassen. Zum Glück kann sie sich an nicht sehr viel erinnern. Die Drogen und auch die schwere Kopfverletzung nach seinem letzten Angriff haben sie einiges vergessen lassen. – Was man ihr ja auch nur wünschen kann“, fügte er leise hinzu.

 

Detective Miller erfasste nun wieder das Wort, da Steve Grady augenscheinlich mit Erinnerungen kämpfte. Eigentlich wünschte sich jeder vom Team eine Pause.

„Leider führte diese Erinnerungslücke eben auch zu Ermittlungslücken. Wir haben nicht alle anklagen können, wie wir das gerne gewollt hätten. Wir sind uns aber sicher, dass der Angriff auf Sarah letzte Woche kein Zufall war. Es passt einfach zu perfekt zusammen, dass Frank dahinter steckt. Sein Netzwerk war sehr groß und ist es sicher heute auch noch. Durch diese Kontakte hat er Sarah wieder aufspüren können. Außerdem glaube ich nicht an Zufälle.“

„Charlie hatte auch schon gesagt, dass das keine Zufallstat gewesen sein konnte!“ ergänzte Don im Geiste. Charlie! Und Dad? Wie werden sie auf das alles reagieren? Doch Don hatte jetzt keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

„Da Sarah sich weigert ihn wieder zu erkennen, müssen wir sie damit konfrontieren“, meldete sich Megan zu Wort. „Für sie ist Frank sicher im Gefängnis verwahrt. Das ist ein ganz typisches Verhalten für solch traumatisierte Opfer. Wenn sie erfährt, dass er wieder auf freiem Fuß ist, dann wird sie sich dem allen stellen und wird ihn auch sicher als Angreifer identifizieren.“

 

„Wie sind sie wieder an den Fall gekommen? Wie haben sie von Franks Flucht erfahren, und dass Sarah hier ist?“ wollte Don wissen.

„Ein Kollege wusste aus der Akte, dass ich damals an Franks Verhaftung maßgeblich beteiligt war und hat mich von seiner Flucht unterrichtet. Ich habe mich dann in die Ermittlungen eingeklinkt, um seinen Aufenthaltsort aufzuspüren. Marshal Scott Hanson war Sarah beim Zeugenschutz zugeteilt. Er hatte Zugang zu ihrer Akte und wusste, dass sie nach LA gegangen ist. Wir haben versucht, ihn zu erreichen und erst gestern Nachmittag haben wir Scott gefunden. Tot, mit einer Kugel im Kopf. Getötet einen Tag nach Franks Flucht. Wie Frank und seine Leute an Marshal Hanson gekommen sind, wissen wir noch nicht. Allerdings haben wir feststellen müssen, dass Sarahs Akte kurz vor Scotts Tod geöffnet wurde. Wir haben ihren Namen durch die Datenbank laufen lassen und sind so auf den Angriff hier in LA gestoßen.“

 

Sie redeten noch eine ganze Weile, tauschten Informationen aus und das ganze Team war schier entsetzt, was Sarah bisher zugestoßen war.

Don beschloss zusammen mit Detective Grady und Megan, dass es das Beste wäre, sie mit der Wahrheit zu konfrontieren. Erst dann hätte man Gewissheit, ob es wirklich Frank war, der sie angegriffen hatte. Wobei sich laut Aktenlage und den zeitlichen Abläufen mittlerweile jeder im Raum sicher war, in Frank Baker Sarahs Angreifer gefunden zu haben.

 

Don wollte die Aufgabe, sie auf damals anzusprechen, alleine übernehmen. Er fuhr zum Haus seines Bruders, während die anderen sich um ein sicheres Versteck und eine Eskorte für Sarah bemühten.