Kapitel 8:

 

Mr. Cab Driver pass me up with eyes of fire

Mr. Cab Driver thinks we're all 165'ers

Mr. Cab Driver fuck you I'm a survivor…..

 

Charlie lag immer noch am Strand. Langsam realisierte er seine Situation.

Er wußte nicht, wo er war. Seine Geldbörse, seine Autoschlüssel und seine Armbanduhr waren verschwunden. Etwas musste letzte Nacht in seinen Getränken gewesen sein, ihm ging es fürchterlich schlecht.

 

Aber was jetzt tun? Er könnte zur nächsten Straße gehen, ein Auto anhalten und nach einem Handy fragen…aber wen sollte er anrufen?

Sollte er die Polizei benachrichtigen, dass er ausgebraubt worden war? Nein, dann würden es früher oder später sein Vater und Don erfahren.

 

Die Reaktionen seiner Verwandtschaft auf die Neuigkeit, dass Charlie ausgeraubt wurde nachdem er sich in einer heruntergekommenen Bar in einem der schäbigsten Stadtteilen von L.A. hatte mit Drogen abfüllen lassen, wollte sich Charlie gar nicht ausmalen.

Aber er konnte schließlich nicht ewig hier liegen bleiben. Charlie rappelte sich auf und musste sich direkt übergeben. Na wunderbar, dachte er.

Er schleppte sich über eine Düne zu der Straße dahinter und folgte dem Straßenverlauf. Einige Autos kamen vorbei und plötzlich stoppte ein Taxi neben ihm.

 

„Brauchen Sie einen Fahrer?“, der Taxifahrer lächelte ihn an und Charlie bemerkte, dass er höchstens noch drei Zähne im Mund hatte.

„Hey“, sagte der Taxifahrer, „ich kenne sie doch! Sie sind Professor Eppes, ich habe was in der Zeitung über sie gelesen. Steigen Sie ein, wo kann ich sie hinfahren?“

„Ähm“, Charlie ließ sich auf dem Rücksitz nieder aber war etwas überrumpelt, „kennen Sie den Music Club?“

„Klar kenne ich den aber sorry Mister, da fahre ich nicht hin. Wissen Sie, ich habe Familie.“

„OK, dann“, Charlie überlegte, dass sein Auto wahrscheinlich sowieso nicht mehr da war und nannte die Adresse seiner Uni.

„Alles klar, dann kanns ja losgehen“, der Taxifahrer fuhr los.

 

Während der ganzen Fahrt redete er auf Charlie ein. Übers Wetter, über Baseball und andere Dinge. Charlie nickt nur. Alles was er wollte war unter die Dusche und ins Bett.

An der Uni angekommen, bat er den Fahrer zu warten und wankte ins Gebäude. Man, gings ihm schlecht.

 

Er torkelte zu Larrys Büro und riss die Tür auf. Larry, der gerade dabei war einen (weißen) Joghurt zu essen sah ihn erschrocken an.

 

„Charles….wo kommst du denn her und wie siehst du aus und…..?“ rief Larry aufgeregt.

„Larry, Larry“, Charlie hob die Arme, jeder laute Ton ließ sein Kopf fast explodieren, „bitte schrei nicht so ja? Kannst du mir Geld leihen?“

„Aber Charles, du hattest heute morgen Vorlesungen und Sprechstunde und jetzt….“.

„Lawrence, du bist mein allerbester Kumpel…..leih mir bitte etwas Geld und frag nicht so viel. Ich gebs dir wieder und erklär alles..ähm..morgen ok?“

 

Larry sah so aus, als fand er überhaupt nichts ok aber er nahm trotzdem seine Tasche und drückte Charlie 60$ in die Hand.

„Danke Lawrence, hast einen gut bei mir“, Charlie wankte wieder aus dem Büro, zurück zum Taxi. Er wollte so schnell wie möglich wieder weg, bevor Amita oder noch schlimmer Don hier aufkreuzen würden. Außerdem verspürte er seit seinem Traum von Lucy bei jedem Gedanken an Amita ein fürchterlich schlechtes Gewissen.

 

Der Taxifahrer erwartete ihn schon mit einem zahnlosen Grinsen und Charlie nannte die Adresse seines zu Hauses. Er wollt einfach nur ins Bett, das bevorstehende Treffen mit seinem Vater machte ihm in diesem Moment nichts mehr aus.

Vor seinem Haus bezahlte er den Taxifahrer, der sich überschwänglich von ihm verabschiedete und stolperte zur Tür. Er klingelte. Nichts rührte sich. Er klingelte noch mal. Wieder nichts. Sein Hautürschlüssel befand sich mit seinem Handy im Auto. Verdammt.

Er ging um sein Haus rum und sah die Sonnenliege seines Dads im Garten stehen. Auch gut, dachte er. Sein Rücken tat immer noch weh, Charlie musste sich auf den Bauch legen obwohl das direkt wieder einen Brechreiz bei ihm auslöste.

Aber lange schlafen konnte er ohnehin nicht. Gefühlte 3 Minute später hörte er eine bekannte (in seinen Ohren) viel zu laute Stimme sagen: „Charles Edward Eppes, manchmal frage ich mich wirklich, was wir bei deiner Erziehung falsch gemacht haben.“

Charlie öffnete die Augen, drehte sich um und sah seinen Dad, der mit grimmigem Gesichtsausdruck direkt vor ihm stand.