Kapitel 7:

 

Oh, a storm is threatning

My very life today

If I don’t get some shelter

Oh yeah, I’m gonna fade away

 

 

Einige Kilometer entfernt saß Special Agent Don Eppes im Büro des FBIs an seinem Schreibtisch und war in eine Akte über eine Serie von Supermarktüberfällen vertieft. Er las so konzentriert, dass sich Falten auf seiner Stirn und um seine braunen Augen gebildet hatten.

 

Trotzdem schien ihm das alles nicht plausibel. „Hey Colby, komm mal her“, rief er durch das Büro und Agent Granger stand schon bald darauf an seinem Schreibtisch. „Don?“, sagte er.

„Hör mal Colby, hast du diese Akte zusammengestellt? Daraus kann man doch rein gar nichts erkennen!“ Er hatte die Mappe zugeklappt und hielt sie seinem Kollegen hin.

„Überarbeite das noch mal und zwar so, dass es uns auch weiterhilft“. Don merkte, dass sein Tonfall ziemlich gereizt klang.

 

Colby wollte es in dieser Situation nicht auf Wiederworte ankommen lassen. „Ok, Don….hm…Charlie könnte uns bestimmt dabei helfen, hast du schon was von ihm gehört?”

 

„Nein!”

 

Colby merkte, dass das Gespräch eindeutig beendet war und trollte sich zurück an seinen Schreibtisch.

 

Don blieb sitzen und rieb sich die Augen. Er könnte Charlie in diesem Fall tatsächlich gut gebrauchen. Dann nahm er sein Handy und wählte Charlies Nummer. Aber wieder das gleiche…….the person you have called is temporary not available……..

Charlie hatte sogar seine Mailbox ausgeschaltet, sodass Don seine Wut noch nicht mal dort entladen konnte.

Nachdem er Charlie am vorherige Abend aus der Garage geschleift hatte war er sich eigentlich sicher gewesen, dass sein Bruder ihn verstanden hatte und kurze Zeit später am Tisch erscheinen würde. Aber stattdessen war nichts passiert (außer, dass sein Dad noch eine Flasche Wein geöffnet hatte) und als er nach oben ging um nachzusehen, musste er feststellen, dass Charlie verschwunden war. Sein Auto war weg und Don war in der peinlichen Lage, seinen Gästen mitteilen zu müssen, dass sein kleiner Bruder „wohl noch mal weggefahren sei“.

Die Blicke der anderen sprachen jedoch seiner Meinung nach Bände und Don ärgerte es besonders, dass zwei seiner Kollegen mitbekommen hatten, dass ihr Boss anscheinend nicht in der Lage war mit seinem fünf Jahre jüngeren Bruder umzugehen.

 

Sein Vater hatte es locker aufgenommen, was Don unbegreiflich fand und Amita hatte ihm zum Abschied versprochen, sie würde sich melden, falls sie was von Charlie hören würde.

Aber inzwischen war es schon Nachmittag und das hieß, dass Charlie auch nicht an der Uni aufgetaucht war.

 

Don rief seinen Dad an. „Hey Dad, schon was von Charlie?“

„Nein Donnie“.

„Ich brauche seine Hilfe hier“, Don seufzte.

„Er wird schon wieder auftauchen, ich bin gerade auf dem Weg in meinem Buchclub; und Donnie?“

„Ja?“

„Wenn du ihn finden solltest, ich meine, ich weiß, dass du sauer auf ihn bist aber du musst mir versprechen, nicht so hart mit ihm zu sein. Ich glaube, unser Junior hat gerade ein leichtes Burn Out.“

„Sicher, bis dann.” Don legte auf, lehnte sich in seinem Stuhl zurück, legte die Beine hoch und kreuzte die Arme hinter dem Kopf.

 

Nicht so hart sein…er könnte Charlie den Hals umdrehen. Und was hieß denn Burn Out? Wenn es Charlie schlecht ging, würde er es seinem Bruder doch erzählen……oder?