Kapitel 6

With the lights out its less dangerous

Here we are now

Entertain us

I feel stupid and contagious

Here we are now

Entertain us

 

 

Eine halbe Stunde später war die Pause zu Ende. Die Band ging zurück auf die Bühne und Charlie blieb mit den zwei jungen Frauen alleine am Tisch zurück.

Charlie fühlte sich wirklich fantastisch. Alles erschien ihm auf einmal total einfach und sobald die ‚Heartbreaker‘ angefangen hatten zu spielen brüllte er zu den zweien hinüber

„Wollen wir tanzen?“. Die beiden sahen sich kurz an und kicherten aber Charlie ließ sich nicht verunsichern. „Kommt schon, ich bin nicht so spießig wie ich vielleicht aussehe!“

„Ok“, schrie die Blonde der beiden zurück. „Ich bin übrigens Lucy und das ist Sarah, dann lass uns gehen.“

 

Sie drängten sich auf die immer noch völlig überfüllte Tanzfläche und tanzten wie besessen. Charlie konnte sich nicht erinnern, wann der das letzte Mal so viel Spaß gehabt hatte.

Rockmusik war echt klasse und er hatte noch nicht mal Alkohol gebraucht um sich richtig high zu fühlen. Er tanzte mit Lucy und Sarah ausgelassen, sie sangen die Lieder mit, zwischendurch setzte sie sich um noch was zu trinken und die Nacht verging wie im Flug.

Es war 2 Uhr morgens als die ‚Heartbreaker‘ ihr letztes Stück spielten. Nach dem lang anhaltenden Applaus leerte sich der Club, nur die kleine Gruppe um die Band saß noch an ihrem Tisch.

„Was machen wir jetzt mit den angebrochenen Abend?“, fragte David in die Runde. „Wie wärs mit Strand?“, Toms Unternehmungslust war nicht zu bremsen. „In unserem Kastenwagen ist genug Platz für alle. Biste dabei Chuck?“

„Sicher“, lallte Charlie, nickte eifrig und trank mit einem Zug sein Glas aus. Er wusste gar nicht, wie viel Cola er heute schon getrunken hatte.

„Bestens“, Stu strahlte. „Unseren Kram holen wir morgen ab, ich fahre“. Sie standen alle auf (die Rechnung wurde der Band von der Gage abgezogen) und verließen den Music Club. Draußen begrüßte die kleine Gruppe ein wunderschöner Sternenhimmel.

Sie gingen zu dem alten blauen Kastenwagen der Band und versuchten, sich alle dort unterzubringen was damit endete, dass Charlie zwischen Lucy und Sarah auf der Ladefläche saß. Stu gab Gas und Charlie, der inzwischen jegliches Gefühl für Zeit verloren hatte, genoss die Fahrt. Er hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sang vor sich hin.

Charlie war echt super drauf.

Als sie am Meer angekommen waren stiegen alle aus und rannte lachend und grölend den Strand entlang.

Doch Charlie überkam plötzlich eine wahnsinnige Müdigkeit. Er ließ sich einfach in den Sand fallen, betrachtete den Sternenhimmel, während er aus der Ferne das Gelächter der anderen vernahm und war schon bald eingeschlafen.

 

Er träumte wild. Dass Amita und Don das P versus NP Problem lösten und jede Menge Cola tranken. Irgendwann träumte er von Lucy, wie er sich wild mit ihr küsste und sie miteinander kuschelten. Aber wo kam denn plötzlich der ganze Sand unter ihm her?

 

Mit einem Ruck erwachte Charlie. Er lag immer noch am Strand doch die Sonne stand schon ziemlich hoch. War etwa schon Mittag? Er wollte aufstehen doch merkte direkt, dass es ihm verdammt dreckig ging. Sein Kopf dröhnte ohne Ende und ihm war kotzübel. Außerdem war er voller Sand und hatte nasse Schuhe. „Wo zum Teufel bin ich?“, dachte Charlie.

Er konnte sich nicht erinnern, dass es ihm jemals im Leben so schlecht gegangen war und er konnte sich auch nicht erinnern, was in der vorherigen Nacht passiert war. Da ihm schwindelig wurde, ließ sich Charlie zurück in den Sand fallen.

 

Ein stechender Schmerz vom Rücken her und plötzlich kamen die Erinnerungen wieder. Er war im Büro ausgerutscht als Don ihn angerufen hatte, dann war er nach Hause gefahren wo……………..ach verdammt. Er war doch in diesem Club gewesen und sie waren zusammen am Strand. Wie spät mochte es sein? Seine Armbanduhr war nicht mehr an ihrem Platz. Doch dem Stand der Sonne nach zu urteilen hatte er nicht nur verpasst, seinen P versus NP Artikel abzugeben sondern auch zwei Vorlesungen und eine Sprechstunde.

Aber wo waren denn die anderen? Und warum ging es ihm so schlecht? Er hatte doch nur Cola getrunken……

 

Charles Eppes war völlig allein, er hörte das Meeresrauschen, die Möwen kreischten und alles was er noch bei sich hatte, war die Kleidung, die er am Körper trug.