Kapitel 5:

 

The night is full of holes

As bullets rip the sky

Of ink with gold

They twinkle as the

Boys play rock and roll

They know that they can't dance

At least they know...

 

 

Der Music Club war ein schäbiges, kleines Gebäude in einem der schlechteren Stadtteile von L.A. Charlie brauchte ziemlich lange, um sei Ziel zu finden und als er ankam, hatten die ‚Heartbreaker‘ schon begonnen.

Der Türsteher hatte ihn etwas amüsiert angesehen aber nach einem kurzen Blickkontakt mi seinem Kollegen durfte er reingehen. Die Luft in dem Laden war fürchterlich schlecht. Es roch nach Cannabis und die Musik war so laut, dass Charlie im ersten Moment dachte, ihm würde das Trommelfell platzen.

Außerdem war es brechend voll. Eigentlich keine der Locations, in der ein Mathematik Professor bevorzugt seine Freizeit verbrachte.

 

Charlie unterdrückte den Impuls, gleich wieder zu gehen. Wohin auch? Stattdessen suchte er sich einen freien Platz an der Bar und bestellte eine Cola. Für einen kurzen Moment überlegte er, was zu Hause gerade vor sich ging und dachte an sein Handy, was er ausgeschaltet auf den Rücksitz seines Autos geworfen hatte. Die sollten ihn doch alle in Ruhe lassen.

 

Charlie verdrängte den Gedanken an den Ärger, den er zu Hause mit seinem Vater und besonders mit Don wegen seines heimlichen Abgangs bekommen würde und winkte stattdessen Tom zu, der bei den ‚Heartbreaker‘ den Part des Bassisten übernommen hatte. Dieser grinste, der Frontman kündigte eine Pause an und Tom gab Charlie ein Handzeichen, mit hinter die Bühne zu kommen.

Durch die jetzt zu Plattenmusik wild zappelnden Menge quetschte sich Charlie zum Backstage Bereich. Die Luft war wirklich unglaublich schlecht und Charlie fühlte sich auch ohne Alkohol schon reichlich benebelt.

„Hey, hey, hey….wen haben wir denn da?“ Tom kam auf ihn zugesprungen. „Echt schön, dass Sie gekommen sind Professor!“ Tom musste ziemlich schreien, damit Charlie ihn überhaupt bei der ohrenbetäubend lauten Musik hören konnte.

 

„Du kannst Charlie zu mir sagen“, brüllte dieser zurück. „Klasse Chuck, dann komm mal mit, damit ich dich den anderen vorstellen kann.“ Tom ging mit eiligen Schritten voraus. Ein Stückchen weiter hinten stand ein großer Tisch, an dem der Rest der Band und zwei junge Frauen saßen.

 

„Guckt mal, wen ich hier mitgebracht habe, darf ich vorstellen: das ist Chuck Eppes, mein Professor und spaßbedürftiges Genie“, Tom strahlte Charlie an, „und das Chuck ist meine verdorbene Band. Greg, der vorne immer so falsch singt, Stu, der versucht Schlagzeug zu spielen und David, der zweite Jimi Hendrix.“ Während Tom sprach, deutete er auf die entsprechenden Personen. „Und die zwei Hübschen“, er zeigt auf die zwei Frauen, „sind unserer Groupies. Ist das geil oder was?“

Tom und die Jungs brachen in Gelächter aus. Charlie war etwas verlegen aber merkte, dass er ein ziemlich breites Grinsen auf dem Gesicht hatte. „Warum grins ich eigentlich so bescheuert?“, fragte er sich innerlich aber konnte trotzdem nicht damit aufhören

 

„Komm schon Chucky, setz dich zu uns du Mörderpuppe!“, Greg deutete auf einen freien Stuhl neben sich, „und noch ne Runde Special Drinks für alle.“

„Ähm“, fiel Charlie ihm ins Wort…, „ich glaube, ich bleibe bei Cola.“ Eigentlich hasste er es, wenn ihn Leute Chuck oder Chucky nannten aber in diesem Moment fand er selbst den Vergleich mit der Filmfigur witzig.

„Dann eben Special Coke“, grölte Greg. Wieder brachen alle in unglaubliches Gelächter aus. Die Getränke kamen und Charlie lauschte den Gesprächen über Verstärker und gut oder schlecht bezahlten Gigs. Irgendwie fühlte er sich immer mehr extrem beschwingt. Alle waren nett zu ihm….die Musik fand er schon gar nicht mehr so laut und er konnte einfach nur da sein und sich treiben lassen, ohne dass irgendjemand etwas von ihm erwartete.