Kapitel 2

And I must be an acrobat

To talk like this

And act like that

 

Charlie war noch in den Flyer und die dort abgedruckte Bandgeschichte der „Heartbreaker“ vertieft als sein Handy klingelte. Er fuhr zusammen, wobei er noch einen weiteren Papierstapel umwarf, und fummelte sein Handy aus seiner Jackentasche.

Auf dem Display sah er, dass es Don war. Der hatte ihm gerade noch gefehlt.

Er überlegte ernsthaft, nicht dran zu gehen aber dann würde Don wahrscheinlich in sein Büro kommen und dabei gleich ein paar Bemerkungen über das Chaos dort loswerden, gleich nachdem er ihn dafür angeschnauzt hätte, dass er nicht ans Telefon gegangen war….…..

Dazu hatte er noch weniger Lust, also das kleinere Übel. Er drückte auf grün und stand auf,weil er die komische Angewohnheit hatte beim telefonieren immer hin und her zu laufen.

Zu dumm, dass die heruntergefallenen Papiere sich nicht von alleine aufgehoben hätten, denn sonst wäre er in dem Moment, in dem er den Anruf beantwortete, nicht ausgerutscht und auf den Rücken geknallt.

Am Ende der Leitung hörte Don ein „Ja?“ und im selben Moment ein dumpfes Geräusch, ein Schmerzensschrei und dann ziemlich viele unschöne Ausdrücke.

„Charlie???“ rief Don verwirrt in den Hörer. „Alles ok?“

„Au, ja ja, alles bestens.“ Charlie hatte sich aufgerichtet und rieb sich mir der freien Hand den Rücken.

„Wo bist du?“ Dons Stimme klang gereizt. Charlie musste sich Mühe geben, seinen Bruder nicht einfach anzublaffen, das würde ihn nichts angehen und er solle ihn einfach in Ruhe lassen.

„Im Büro“ murmelte er stattdessen. „ Es ist halb neun!“ motzte Don daraufhin.

„Na und?“ Charlie wusste nicht, auf was der Typ, mit dem er auch noch verwandt war, hinauswollte.

„Charlie! Wir wollten heute um 8 zusammen essen. Liz, Amita, Colby und Dads Bekannte sind doch da!“

Verfluchter Mist, das hatte er total vergessen. Heute Morgen hatte Dad ihn noch erinnert aber im Laufe des Tages war der Termin einfach in den Weiten seiner Hirnwindungen verloren gegangen.

„Charlie! Du kommst jetzt sofort nach Hause, bis gleich.“ Don hatte aufgelegt.

Charlie hasste diesen Befehlston, den Don beim FBI drauf hatte und leider auch oft im Privatleben nicht ablegen konnte. Eigentlich ärgerte ihn mehr, dass er den Termin vergessen hatte aber im Moment war es einfacher, seinen ganzen Groll auf Don zu lenken.

Er rieb sich nochmal den Rücken, räumte die Papiere auf einen neuen Stapel, nahm seine Sachen und ging aus dem Unigebäude Richtung Parkplatz, während er leise vor sich her grummelte.