Kapitel 13:

 

It's no secret that a friend is someone who lets ya help

It's no secret that a liar won't believe anyone else

They say a secret is something ya tell one other person

So I'm telling you... child

 

 

Don Eppes lenkte sein Wagen vom FBI Parkplatz hinunter. Er wollte zu seinem Bruder fahren um mit ihm zu reden.

Liz hatte ihm nach den Streit mit Charlie ziemlich zugesetzt. Sie hatte ihn gedrängt, sich nach Feierabend Zeit zu nehmen um mit Charlie zu reden.

Wenn du das jetzt so laufen lässt, wird Charlie dir nie wieder vertrauen, hatte sie zum Schluss gesagt und Don musste zugeben, dass sie Recht hatte. Er hätte sich nie so gehen lassen dürfen und bereute das auch schon zutiefst. Aber es trieb ihn einfach zur Weißglut, wenn er nicht an seinen kleinen Bruder herankam.

 

Als er bei Charlies Haus ankam, sah er nur Alans Wagen und zu seiner Überraschung auch das Auto von Colby vor der Tür stehen.

„Was geht da vor?“, murmelte Don und beeilte sich ins Haus zu kommen. Als er die Tür öffnete fiel sein Blick als erstes auf Colby, der auf der Couch lag und schlief. „Colby?“, sprach er den Agent an. Colby rührte sich nicht. „Colby?“, Don versuchte es lauter aber Colby schien wirklich unglaublich tief zu schlafen wobei sein Atem ruhig und gleichmäßig ging. Don ließ ihn liegen und ging zur Treppe. „Dad? Charlie? Jemand hier?” rief er aber nirgends rührte sich was.

 

Don ging in die Garage. Das Licht dort war voll an und auf dem Tisch stand ein aufgeklapptes Notebook aber Charlie war nirgends zu sehen. Don ging zu dem PC und warf einen Blick auf den Bildschirm. Er sah eine geöffnete e-Mail, die Charlie wohl gerade geschrieben hatte. Sie ging an einen Dr. Ryan, Chefredakteur einer mathematischen Fachzeitschrift. Don wunderte sich ziemlich über den Text.

 

Guten Tag Herr Doktor,

entschuldigen Sie, dass ich Ihnen keinen Artikel schicke aber P versus NP macht mir nur Probleme.

Drucken Sie auf die Seite lieber Werbung für Cola.

Mit freundlichen Grüßen

Charles Eppes

 

„Charlie!“, rief Don nachdem er fertig gelesen hatte und hörte kurz darauf ein Kichern. Don drehte sich um und ging in einen dunklen Winkel der Garage, aus der das Kichern kam. Don wurde etwas nervös. Er ging auf einen riesen Berg voller alter Sachen zu, die sich im Laufe eines Lebens nun mal in der Garage einer Familie ansammelten und hob eine alte Decke hoch.

 

„Wuuuaaaahhhhhhhhhh“, brüllte Charlie und sprang auf. „Hast du dich erschrocken Donnie?“ Charlie brach in Gelächter aus.

Don sah seinen Bruder nur entgeistert an. Charlie hielt sich den Bauch vor Lachen und rief „Was ist Donald? Verstehst du keinen Spaß mehr?“

 

Don sammelte sich „Charlie, was treibst du hier? Bist du betrunken?“

Charlie lachte weiter. „Neeeeeeeein, ich habe nur gearbeitet“, er lachte schon wieder hysterisch.

Don legte seine Hand auf Charlies Schulter. „Wo kommt dein blaues Auge her? Hauch mich mal an Bruder“.

„Von wegen“. Charlie kicherte und rannte aus der Garage. „Magst du Schokoladenkekse?“, brüllte er dabei ausgelassen.

 

Don fühlte sich ziemlich unwohl in seiner Haut. Er hatte nicht vor, seinem Bruder hinterherzurennen wie ein Kind aber Charlie war in einem sehr bedenklichen Zustand und da blieb ihm wohl nichts anderes übrig.

Don rannte Charlie hinterher, der ein beachtliches Tempo drauf hatte und schon lachend im Garten herumsprang.

„Hey Bruder“, schrie er. „Verfolgst du mich? Ich bin kein Verdächtiger falls du das denkst. Meinst du, man kann im Koi Teich schwimmen?“

Charlie lief auf den Teich zu und machte tatsächlich Anstalten in dieses winziges Gewässer hineinzuspringen. Doch bevor er das tun konnte hatte Don ihm schon eingeholt und packte von hinten seine Handgelenke.

„Charlie“, sagte er ruhig. „Ich glaube, das ist keine gute Idee. Wir setzen uns erst mal damit du dich beruhigen kannst.“

Don setzte sich auf die Wiese wobei er Charlie weiterhin fest hielt. Charlie saß so direkt vor ihm. Don legte sein Kinn auf Charlies Schulter. „Ruhig Bruder“, flüsterte er Charlie ins Ohr.

Charlie wehrte sich aber bald wurde auch er ruhiger und er und Don saßen eine ganze Weile am Koi Teich. „Charlie“, begann Don irgendwann vorsichtig, „möchtest du mir mal erzählen, was mit dir los ist? Außerdem, was ist mit Colby?“

„Wie haben die Cookies, die Dad gebacken hat, gegessen“, murmelte Charlie, „und irgendwann ist Colby eingeschlafen“.

Don fand diese Erklärung ziemlich unbefriedigend aber er kam nicht dazu weiter zu fragen weil in diesem Moment Alan den Garten betrat.

Er sah überrascht auf seine Söhne, die hintereinander auf der Wiese saßen wobei Don Charlie immer noch umklammert hielt.

 

Alan räusperte sich. „Ähm, also, was macht ihr denn da?“ fragte er.

Don seufzte. „Wenn ich das wüßte, Colby liegt drinnen auf der Couch im Todes ähnlichen Schlaf und Charlie hier war völlig neben sich. Und sie haben angeblich nur deine Cookies gegessen.“

„Jaaaaaa“, lallte Charlie.

„Meine Cookies?“ Alan war überrascht und ging ins Haus. Kurze Zeit später war er wieder da und fuchtelte Don mit einem angebissenen Cookie vor dem Gesicht herum.

„Die sind bestimmt nicht von mir!“ sagte er mit vollem Mund.

„Und warum nicht?“ Don zog die Augenbrauen hoch.

„Weil ich zuletzt 1968 Haschkekse gebacken habe“.