Kapitel 12:

 

Leave it behind

You got to leave it behind

All that you fashion

All that you make

All that you build

All that you break

All that you measure

All that you feel

All this you can leave behind

 

 

Als Charlie erwachte lag er im Hausflur und hatte Kopfschmerzen. Tom war verschwunden, die Wohnungstür war verschlossen und nach mehrmaligem Klopfen gab Charlie auf. Zum Glück waren die Autoschlüssel noch da.

Charlie ging zu seinem Wagen und besah sich im Seitenspiegel. Das würde ein schönes Veilchen geben. Tom musste nach irgendetwas hinter sich gegriffen haben, was er ihm dann ins Gesicht geschlagen hatte.

Charlie stieg ein und dachte nach. Das Beste würde sein, er würde nach Hause fahren. Er wollte Alan nicht noch mehr Kummer machen, es war schon spät geworden.

 

Charles Eppes fuhr los. Er war so in Gedanken, dass er es nicht so genau mit den Verkehrsregeln nahm. Als Konsequenz hörte er plötzlich das Aufheulen einer Polizeisirene hinter sich.

„F**, wie viel kann einen eigentlich an einem Tag passieren“, murmelte Charlie wieder vor sich hin. Er seufzte und fuhr rechts ran. Im Rückspiegel sah er zwei uniformierte Cops aussteigen.

Der Größere von beiden stand schon bald neben seinem Seitenfenster. Fluchend kurbelte Charlie die Scheibe runter.

 

Der Cop tippte an seine Mütze. „N’abend Mister, da waren wir wohl etwas zu schnell unterwegs was? Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte.“

 

Charlie fiel siedend heiß ein, dass er mit keinem von beiden dienen konnte. Die Fahrzeugpapiere hatte sein Dad und seinen Führerschein diese verdammte Bande.

„Hören Sie Officer, ich habe gerade keins von beiden“.

Das Gesicht den Cops verzog sich, sein Kollege leuchtete Charlie mit der Taschenlampe ins Gesicht und besah sich Charlies rotes Auge.

„Aha, dann ihren Ausweis“.

„Auch gerade nicht“, Charlie wurde komisch.

„Steigen Sie aus dem Wagen Mister“, befahl der große Cop.

„Hören Sie Officer…..“, setzte Charlie an.

„Steigen Sie aus!“, der Ton des Cops wurde schärfer. Charlie stieg aus, musste sich umdrehen und wurde durchsucht. Zum Glück hatte den braunen Umschlag unter den Beifahrersitz geschoben.

„Wir müssen Sie zur Identifikation mit aufs Revier nehmen Mister“, schnarrte einer der beiden.

„Officer, es tut mir leid wenn ich Probleme mache. Mein Name ist Charles Eppes, ich bin FBI Berater.“

„Aha“, das war der andere „ und ich bin George Bush“, er gluckste, „wir werden sehen, Sie kommen jetzt erst mal mit uns“.

 

Sie legten Charlie Handschellen an und bugsierten ihn auf den Rücksitz des Streifenwagens.

Charlie legte den Kopf in den Nacken. Er konnte nicht glauben, was hier passierte.

Auf dem Revier wurde Charlie in einen kahlen, weiß gestrichenen Raum geführt und auf einen Stuhl gesetzt, der vor einen leeren Schreibtisch stand. „Wir müssen jemanden haben, der sie identifizieren kann“, sagte der Cop. „Wer kann das sein?“

 

Charlie überlegte. Sein Dad war wahrscheinlich nicht mehr zu Hause und bei Treffen mit seinen alten Freunden ging es auch meistens nicht ans Handy. Und Don sollte erst recht nichts erfahren.

 

„Versuchen Sie es mit Agent Granger“, sagte Charlie und nannte die Telefonnummer. Der Cop schüttelte nur ungläubig den Kopf und verschwand.

Einige Zeit später hörte er tatsächlich die Stimme von Colby auf dem Flur. Die Tür des kahlen Raums öffnete sich und der Bush Cop kam gefolgt von Colby herein.

„Also Mr. Eppes, warum haben sie denn nicht gleich gesagt, dass sie FBI Berater sind?“ Der Bush Cop überschlug sich fast.

Aber bevor Charlie antworten konnte plapperte er schon weiter. „Das hätten wir doch auch anders regeln können“, meinte er eifrig und nahm Charlie die Handschellen ab.

„So ein A***“, dachte Charlie.

Colby ging der Bush Cop wohl ähnlich auf die Nerven. Er blickte finster drein und meinte nur: „Wir kennen die Regeln. Vielen Dank für ihr Entgegenkommen. Komm Charlie“.

Sie verließen die Polizeistation während der Cop sich im Hintergrund noch überschwänglich verabschiedete.

 

Charlie und Colby stiegen in Colbys Auto und Colby fuhr los. Nach kurzem Schweigen sagte er: „Alles ok bei dir Alter?“ Charlie atmete durch. „Geht so. Weiß Don davon?“

Colby schüttelte den Kopf. „Noch nicht. Aber du weißt, dass ich ihn nicht für dich anlügen werde”.

Charlie seufzte. „Natürlich nicht. Kannst du mich zurück zu Dads Auto bringen?”

Colby tat ihm den Gefallen und eskortierte Charlie in seinem Wagen nach Hause um noch mehr Schwierigkeiten zu vermeiden.

 

Zu Hause angekommen lud Charlie Colby ein, noch ein Bier mit ihm zu trinken. „Komm schon, ich hatte echt einen miserablen Tag und könnte etwas Gesellschaft gebrauchen.“

Colby stimmt zu und sie gingen hinein. Während Colby sich auf die Couch setzte ging Charlie in die Küche. Auf der Anrichte stand ein riesiger Teller voller Cookies.

„Hey Colby“, brüllte Charlie, „magst du Schokoladen Cookies? Ich glaube, Dad hat welche gebacken!“

„Soll das ein Witz sein?“, brüllte Colby aus dem Wohnzimmer, „ich liebe Cookies“.

 

Bestens, dachte Charlie. Vielleicht findet der Tag ja doch noch ein gutes Ende.