Kapitel 7

 

Alan rief Don an. "Hi Don, wann hast du denn deinen freien Tag?"

"Hi Dad, ich habe heute abend Zeit, was gibt es denn?"

"Ich muss mit dir und Charlie sprechen. Wann kannst du hier sein?"

"Ich würde sagen, so gegen 18.00 Uhr."

"Ja, das passt, dann mache ich Abendessen."

Danach rief er Charlie an, denn der war heute an der Uni.

"Epps?"

"Hi Charlie, kommst du heute abend nach Hause?"

"Hi Dad, warum sollte ich heute nicht nach Hause kommen? Stimmt etwas nicht?"

"Es ist alles in Ordnung, ich muss nur mit euch reden, Don kommt auch!"

Nachdem Alan den Hörer aufgelegt hatte, überlegte er sich, was er kochen konnte. Er setzte sich in sein Auto und fuhr in die Stadt zum Einkaufen. Auf dem Rückweg erblickte er Sabrina. Er parkte das Auto und ging auf sie zu.

"Hallo Sabrina."

"Hallo Alan."

Sie freute sich sehr, das ihr Onkel da war.

"Was machst du hier, hast du keine Schule?"

"Doch, aber die ist schon aus."

"Aha, sag mal, soll ich dich mitnehmen?"

"Würdest du das wirklich machen?"

"Sonst hätte ich nicht gefragt, oder?" sagte er und lächelte sie an.

Sabrina verabschiedete sich von ihren Freundinnen und ging mit Alan zum Auto. Er fuhr sie nicht nach Hause, sondern nahm sie mit zu sich.

"Ich weder heute abend mit Don und Charlie sprechen, möchtest du dabei sein? Dann könnt ihr euch gleich ein bisschen besser kennenlernen."

"Meinst du, dass die beiden das okay finden? Ich bin mir nicht sicher, denn immerhin ist Charlie mein Nachhilfelehrer und er wird sich bestimmt fragen, was ich dabei zu suchen habe. Ich glaube nicht, dass sie damit einverstanden wären."

"Wenn ich es ihnen sage, würden sie dich bestimmt dabei haben wollen, denn immerhin bist du ihre Cousine."

"Na gut, dann mach ich mich jetzt nach Hause und komme später noch mal wieder."

"Ja, mach das."

Alan freute sich schon auf das dumme Gesicht seiner beiden Söhne. Er kaufte noch schnell ein paar Sachen für das gemeinsame Abendessen ein und machte sich wieder

auf den Heimweg. Es sollte etwas besonderes geben, denn der Abend war ja auch ein Besonderer. Alan schälte die Kartoffeln, die Zwiebeln und den Speck. Er

wollte einen Gratin machen, dazu einen schönen Braten und einen Salat. Während des Kochens ging er das Gespräch mit seinen Söhnen in Gedanken durch.

Aber wahrcheinlich würde alles anders kommen, als er es sich jetzt ausmalte.

Pünktlich um 18.00 Uhr stand Don in der Tür. Charlie verspätete sich wieder einmal. Es war bei ihm ja nichts Neues; er saß sicher wieder über einer schier unlösbaren

Mathegleichung und vergaß, wie üblich, die Zeit.

Nach einer viertel Stunde kam Sabrina in ziemlich aufgelösten Zustand und mit hochrotem Kopf vor Alan's Haus an.

Kurz darauf erschien auch Charlie.

"Hi, Sabrina, was machst du denn hier. Habe ich einen Termin mit dir vergessen?"

"Nein. Aber euer Vater bat mich, bei dem Gespräch mit euch dabei zu sein"

Sie deckten gemeinsam den Tisch Es wurde viel gelacht, auch während des Essens. Es schmeckte alles vorzüglich, denn Alan war ein genialer Koch. Nachdem der

Tisch abgeräumt war, holte Alan den noch warmen Apelkuchen, er war seine Spezialität, aus dem Ofen, kochte Kaffee und sie setzten sich wieder um den Tisch.

"Los Dad, was ist nun. Du wolltest mit uns reden. Was gibt es so dringendes und warum ist Sabrina dabei?", wollte Charlie wissen.

"Charlie, kannst du dich noch erinnern, dass Sabrina ein Brief aus der Tasche fiel und ich ihn aufgehoben habe? Auf dem Briefumschlag stand doch mein Name."

"Wow Dad, kannst du mir mal bitte erklären, worum es hierbei geht?" fragte Don etwas genervt.

"Wenn du mich ausreden lassen würdest mein Sohn, würdest du es verstehen."

"Also Charlie, erinnerst du dich?"

"Ja, du hattest mich gebeten den Raum zu verlassen."

"Genau, der Brief, ist von meinem kleinen Bruder Sebastian."

Die Jungs sahen sich erst gegenseitig an, dann ihren Vater und zum Schluss Sabrina, die mit gesenktem Kopf am Tisch saß und in ihrem Stück Apfelkuchen stocherte.

"Aber wir dachten du hättest keinen Kontakt mehr zu ihm?" warf Don ein. Charlie wusste noch immer nicht, was er dazu sagen sollte. Don machte sich ein bisschen Sorgen um Charlie, denn wenn Probleme auftraten, mit dennen er nicht umgehen konnte, verkroch er sich in P versus NP, das Matheproblem was unlösbar schien.

"Ja das ist richtig. Mein Bruder ist damals untergetaucht, lest den Brief und ihr werdet verstehen, warum."

Alan gab seinen Söhnen den Brief, sie lasen ihn sich durch, dann schauten beide Sabrina an.

"Soll das etwas heißen..." Charlie traute sich nicht, weiter zu sprechen, das übernahm dann Don.

"... das du unsere Cousine bist?"

Sabrina stand auf und stellte sich ans Fenster, denn sie wusste nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollte. Ihr liefen wahre Sturzbäche von Tränen über das Gesicht.

"Ja, sie ist eure Cousine." schaltet Alan sich ein.

Don stand auf und ging zu seiner Cousine.

"Weißt du was in dem Brief steht?"

Sie nickte kaum merklich mit dem Kopf.

Don legte seine Hand auf ihre Schulter, dann sah sie in sein Gesicht und er nahm sie in den Arm.

Jetzt hatten sie also zwei Cousinen und eine Tante. Nachdem der erste Schock sich gelegt hatte, riefen sie Sabrina's Mutter an und baten sie zu kommen.