Kapitel 3

 

"Hey Charlie, deine Nachhilfeschülerin ist da."

"Hi Don, ich komme gleich, kannst du dich in der Zeit um sie kümmern, bitte?"

"Klar, weißt du wo Dad ist?"

"Ja, er wollte in den Baumarkt, ich habe ihn gebeten etwas für das Haus zu besorgen."

"Okay, du kommst dann aber gleich, ja?"

"Ja, mach ich."

Don kam wieder durch die Tür zurück, durch die er verschwunden war.

"Möchtest du etwas Trinken?"

"Ja, bitte, ein Glas Wasser."

Dann verschwand er in der Küche, holte eine Flasche Wasser und setzte sich zu mir.

"In die wievielte Klasse gehst du?"

"In die 9."

So unterhielten wir uns eine ganze Weile, bis Charlie kam. Ich berichtete ihm, das wir nächste Woche eine Arbeit schreiben und ich panische Angst davor hätte. Er machte mir Mut und sagte, das würde ich schon hinbekommen.

"Du kannst mich übrigends Charlie nennen", sagte er zu mir.

Nach einer ganze Weile kam Alan mit dem Einkauf aus dem Baumarkt zurück. Den Brief von meinem Vater hatte ich vorsichtshalbar mitgenommen, denn ich habe mir überlegt, wenn alle zusammen sind und die Zeit dafür reif war, würde ich das Gespräch auf meinen Vater bringen. Don hatte sich ins Wohnzimmer gesetzt und den Fernseher eingeschlatet. Alan bat Don ihm zu helfen, die Sachen in die Garage zu bringen. Als die beiden zurückkamen, stellte ich mich Alan vor. Don und er setzten sich zu uns an den Tisch und wir fingen eine Unterhaltung an. Es ware eine seltsame Vertrautheit zwischen uns. Mir kam es vor, als würden wir uns schon Jahre kennen. Dann sah Alan auf seine Uhr und fragte, ob ich mit zum Abendessen bleiben möchte. Ich sagte zu mit dem Hinweis, dass ich meiner Mum Bescheid sagen müsse. Charlie zeigte mir das Telefon und ich rief zu Hause an. Meine Mutter war sehr erstaunt, dass ich bei "fremden Leuten" zu Abend aß. Sie war solche Aktionen von mir nicht gewohnt, da ich eigentlich ein sehr skeptisch und zurückhaltender Mensch war. Wir hatten alle sehr viel Spaß. Die Zeit verging wie im Fluge und ich musste an den Heimweg denken. Nach dem Essen bot sich Don an, mich nach Hause zu fahren. Ich war überglücklich. Was ist mit dir los?, fragte ich mich. Es war schon spät, als Don mich nach Hause brachte. Den ganzen Weg über schwiegen wir uns an. Zu hause angekommen fragte mich Don, ob er mich zur Tür begleiten solle. Ich lehnte dankend ab und bedankte mich nochmal für den tollen Abend. Don wartete im Auto bis ich im Haus war, dann fuhr er los. Ich lehnte mich von innen gegen die geschlossene Haustür, schloss die Augen und sah Dons Bild vor mir. Ich musste wohl eine ganze Weil so dagestanden haben, denn plötzlich sprach mich meine kleine Schwester an, und fragte: "Was machst du denn da, schläfst du im Stehen?" Ich öffnete meine Augen und sagte, ich gehe jetzt schlafen. Am nächsten morgen fiel mir ein, das ich gar keinen neuen Nachhilfetermin vereinbart hatte. Als ich aus der Schule kam, rief ich sofort bei Charlie zu Hause an. "Epps?" Hörte ich die Stimme von Alan.

"Hallo, hier ist Sabrina Taylor, ist Charlie zu Hause? Ich muss mit ihm sprechen, wegen der Nachhilfe."

"Ja, kleinen Moment, ich gebe ihn dir."

Dann raschelte es und im nächsten Moment hatte ich Charlie am Telefon.

"Ja bitte?"

"Hi Charlie, ich bin's Sabrina. Wir haben vergessen einen neuen Temin zu Vereinbaren wegen der Nachhilfe."

"Ja, ich hole meinen Terminkalender."

"Wann hast du denn Zeit?"

"Eigentlich nach der Schule immer, ich richte mich da ganz nach dir."

"Okay, wann schreibt ihr nochmal die Mathearbeit?"

"Nächste Woche Freitag."

"Wie wäre es, wenn wir uns dann am Montag um 16.00 Uhr bei mir treffen?"

"Ja okay, das passt mir auch sehr gut. Bis Montag dann. Bye."

Es wurde aufgelegt und ich setzte mich an meine Mathematikhausaufgaben, die mir schon nicht mehr so schwer fielen. Es klopfte an meiner Zimmertür und meine Mutter kam herein.

"Heute morgen hat deine Mathelehrerin mich angerufen."

"Was wollte denn Mrs. Simon von dir?"

"Sie sagte mir, das du dich verbessert hättest, und jetzt viel mehr mitarbeiten würdest."

"Ja, Mathe macht mir so langsam Spaß. Hat sie sonst noch etwas gesagt?"

"Nein, nur das du besser geworden bist. Ich gehe jetzt einkaufen, soll ich dir irgendetwas mitbringen?"

"Nein danke, ich bin zufrieden."

Meine Mutter verließ mein Zimmer und ich machte mit meinen Hausaufgaben weiter.