Kapitel 2

 

Als ich am Abend nach Hause kam, schloss ich mich in meinem Zimmer ein und las mir den Brief immer und immer wieder durch. Irgendwann muss ich eingeschlafen sein, denn plötzlich riss mich der Wecker aus dem Schlaf. Ich verstaute die Kiste wieder sorgfältig im Schrank und machte mich für die Schule fertig. Nach dem Unterricht machte ich mich sofort auf den Heimweg, denn ich hatte nicht viel Zeit, da ich ja heute zur CalSci musste. Zuhause angekommen, setzte ich mich an den Esstisch und ging nach dem Essen in mein Zimmer. "Was zieh ich nur an?" Ich entschied mich für eine Jeans und ein blaues T-Shirt. Dann packte ich meine Tasche mit den Mathehausaufgaben ein und kurz darauf machte ich mich auf den Weg zur Uni. Dort angekommen, musste ich nicht lange nach der Raumnummer suchen, da ich mich ja schon gestern umgeschaut hatte. Ich wollte grade klopfen als die Tür aufging und mir Don Epps engegentrat. "Entschuldigung, kann ich dir helfen?" "Ähm... ich muss zu Professor Epps, ich habe einen Termin bei ihm. "Don hielt mir die Tür auf und sagte noch etwas zu seinem Bruder was ich nicht verstand, dann ging er. Ich schaute ihm noch eine Weile nach, denn ich konnte nicht glauben, dass ich gerade einem meiner Cousins begegent war. Nach einer Weile sprach mich Charlie an.

"Entschuldigung, kann ich dir behilflich sein?"

"Ja, ich habe um 15.00 Uhr einen Termin bei Ihnen, ich bin die Nachhilfeschülerin."

"Komm herrein und setzt dich, ich bin gleich für dich da."

Ich ging in das Büro und schloss dir Tür hinter mir. Jetzt war ich mit meinem Cousin alleine und er wusste von nichts. Ich hatte mit einemal Gewissensbisse. Sollte ich es ihm sagen? Was würde er von mir denken, wenn ich es ihm sagen würde? Charlie beobachtete mich wohl schon eine ganze Weile, denn er fragte mich mit einemmal: "Geht es dir nicht gut?"

"Doch, doch, es ist alles in Ordnung."

"Also, wie kann ich dir denn nun helfen?"

Ich stellte mich ersteinmal vor und entschuldigte mich für mein seltsames Verhalten. Dann erklärte ich ihm meine Probleme in Mathe. Er hörte mir genau zu und als ich zu dem Punkt mit meiner Mathematiklehrerin kam und meinen Noten, musste er schmunzeln. Er bat mich, ihm das Mathebuch und die heutigen Aufgaben zu geben. Er schaute sich das Heft und die Aufgaben genau an. In der Zeit schaute ich mich ein wenig in seinem Büro um. Dann sagte er, dass alles ganz einfach sei und er mir helfen könnte. Ich erklärte ihm dann auch direkt, dass meine Lehrerin mir gesagt hatte, dass ich die Klasse wiederholem müsse, wenn ich mich nicht auf den Hosenboden setzten würde. Er sagte, ich brauche mir darüber keinen Kopf zu machen und das würden wir schon hinkriegen. Dann ging er an die Tafel und schrieb die erste Aufgabe auf. Nach einer halben Stunde hatten wir die Aufgaben durch, denn er hatte es so erklärt, dass sogar bei einem hoffnungslosen Fall wie mir der Knoten platzte. Dann schrieb er schwierigere Aufgaben an die Tafel und erklärte einen einfachen Rechenweg. Ich notierte mir alles, damit ich immer in der Schule darauf zurückgreifen konnte. Die Zeit verging wie im Flug, denn es war schon dunkel, als wir die Uni verließen. Wir machten einen neuen Termin aus, doch ich sollte nicht zur Uni kommen, sondern zum ihm nach Hause.

"Soll ich dich nach Hause fahren?"

"Nein danke, das wäre für Sie sowieso nur ein Umweg."

"Okay, dann bringe ich dich wenigstens zur U- Bahn."

"Das ist nett, aber Sie brauchen sich wirklich keine zu Mühe machen, ich komme schon zurecht."

Somit verabschiedete ich mich und ging in Gedanken zur U- Bahn. Zu Hause angekommen ließ ich den Nachmittag noch mal Revue passieren. Ich war meinen beiden Cousins begenet, nur wussten sie nichts davon. Mir kam der heutige Tag wie ein Traum vor. Was war nur geschehen, dass sich mein Onkel und mein Vater so verkracht hatten, dass sie jahrelang nicht miteinander sprachen. Jetzt ist mein Vater weg und Alan weiß nichts davon. Wie sollte ich das alles nur erklären? Die Tage verstrichen und meine 2. Nachhilfestunde rückte immer näher. So langsam geriet ich in Panik, was sollte ich nur tun? Ich entschied mich dafür, erst einmal alle kennenzulernen und wenn die Zeit reif war, würde ich mit ihnen sprechen. Nach der Schule fuhr ich mit dem Bus nach Hause, denn ich musste mich beeilen. Angekommen zog ich mich um und machte mich direkt wieder auf den Weg zur Nachhilfe.Ich stand ich vor der Tür und musste mich erst einmal sammeln und atmete ein paar mal tief durch, ehe ich klingelte. In dem Moment kam Don nach Hause.

"Hallo, kennen wir uns nicht?"

"Oh hallo. Ja, ich nehme bei Professor Epps Nachhilfestunden. Er hat mich für heute hierher bestellt."

"Aha, komm doch mit rein. Ich bin übrigends Don."

"Mein Name ist Sabrina."

Don ging voraus und trat ein. Er hielt mir die Tür auf und ich ging in den Flur. Dann ging er voraus ins Esszimmer und bat mich Platz zu nehmen. "Ich schaue mal, wo Charlie ist." Dann ging er durch eine Tür und war verschwunden. In der Zeit holte ich meine Mathematiksachen aus der Tasche und legte sie auf den Tisch.