Kapitel 8:

 

It's no secret that the stars are falling from the sky

The universe exploded 'cause of one man's lie

 

Ich bin unschuldig……

 

Charlie seufzte und lehnte sich wieder an das Auto. Auch wenn er versucht, es zu ignorieren, hatte er doch ein bisschen Angst vor der Reaktion seines Bruders.

Lange musste er nicht warten, ehe er sich versah, stand Don schon vor ihm und hielt ihm ein Kaugummi hin.

 

„Was soll ich damit?“ fragte Charlie überflüssiger Weise.

„Was wohl“, entgegnete Don gereizt. „Kauen, das ist gut für den Kreislauf. Du bist leichenblass!“

Charlie nahm das Kaugummi, packte es langsam aus, schob es sich in den Mund und kaute ein bisschen drauf herum. Dabei wurde er von Don nicht aus den Augen gelassen.

„Also?“, begann der Ältere schließlich.

„Also was?“, fragte Charlie unschuldig, schob die klebrige Masse in seinem Mund von einer Backentasche in die andere und fand seine eigene Frage nicht sonderlich originell.

 

Dons Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war er ähnlicher Meinung. Er hatte seine Stirn in Falten gelegt und fixierte Charlie mit seinem Blick.

„Wie bitte? Ich möchte eine Erklärung!“

 

Ich bin unschuldig….du musst für mich zu Sarah….

 

Phils Worte hallten immer noch in Charlies Kopf wieder.

„Charlie, ich warte!!“

 

Charlie sah auf den Boden. Obwohl er eigentlich nichts zu verbergen hatte, fühlte er sich plötzlich wieder, als wäre er 9 Jahre alt und gerade von seinem Bruder erwischt worden, wie er in dessen Plattensammlung wühlte. Nur das es gerade dummerweise nicht um die Beach Boys sondern um einen 500000 Dollar schweren Hackerangriff ging.

 

„Ich habe Phil heute Nachmittag vor dem FBI kennengelernt“, begann Charlie leise, „er hat mich nach Feuer gefragt, wir sind ins Gespräch gekommen und er hat mich zu sich eingeladen. Das wars schon.“

Don rieb sich die Augen, atmete durch und stemmte anschließend die Hände in die Hüfte.

„Hast du ihn nicht gefragt, was er beim FBI gemacht hat?“

„Nein“, antwortete Charlie wahrheitsgemäß und hoffte nur, dass Don endlich aufhören würde, ihn auszufragen. Charlie wollte nach Hause…nach Hause und Kristina anrufen oder mit ihr chatten.

 

„Und was war, als wir vorhin an die Tür geklopft haben?“, fuhr Don aufgebracht fort. „Du weißt doch, wie wir in so einem Fall vorgehen.“

„Ich habe nicht dran gedacht, tut mir leid.“, erwiderte Charlie geknickt.

 

Don schäumte und in seiner Wut sagte er etwas, was er später noch mehr als einmal bereuen würde.

„Für ein Genie denkst du manchmal wirklich zu wenig nach“.

 

Charlie blickte auf und sah seinen Bruder plötzlich wütend an. „Wenn du meinst“, entgegnete er schließlich, stieß sich vom Kofferraum ab und ließ Don stehen.

„Charlie! Ich bin noch nicht fertig“, rief Don doch Charlie verschwand ohne sich noch einmal umzudrehen.

Don blieb alleine zurück und rieb sich die Nasenwurzel. Und du denkst manchmal auch zu wenig nach Donald Eppes, urteilte er für sich.

 

Charlie war unterdessen bei seinem Auto angekommen, setzte sich hinein und dachte nach. Dann nahm er sein Handy und rief Kristina an. Er erreichte sie und sie verabredeten sich in einer Stunde im Chat.

Nachdem Charlie aufgelegt wollte er nach Hause fahren doch in diesem Moment klingelte sein Handy. Es war Amita.

Charlie machte den Motor wieder aus und klappte das Mobiltelefon auf.

 

„Hallo Amita“, begann er emotionslos.

„Hi mein Schatz“. Amita klang fröhlich. „Willkommen zurück! Wo bist du? Ich wollte dich sehen aber dein Dad hat mir erzählt, dass Don dich direkt in Beschlag genommen hat. Bist du jetzt wieder frei?“ Charlie hörte Amita lachen.

„Nein“, antwortete Charlie. Heute war echt nicht der Tag seiner kreativsten Antworten.

Pause

„Nein?“ fragte Amita. Sie klang enttäuscht. „Warum nicht? Charlie, ist irgendetwas?“

„Ich habe noch was vor, tut mir leid. Wir sehen uns später“. Charlie legte auf und schaltete sein Telefon aus. Was bin ich für ein Idiot, dachte er und fuhr endlich los. Das schlechte Gewissen schmerzte in seiner Brust wie ein Dolchstich…….

 

Charlie fuhr zu einem nahegelegenen Cafe, setzte sich mit seinem Notebook an einen Hotspot und wartete auf Kristina. Er bekam Herzklopfen als er ihr Bild auf seinem Monitor entdeckte und vergas alles um sich herum. Das Gewusel in dem Cafe, den Ärger mit Don.

 

Kristina und er chatteten lange und kamen schließlich auch auf Phil zu sprechen.

 

KristinaO:

Glaubst du, dass er unschuldig ist?

 

PversusCharles:

Ich weiß es nicht….

 

KristinaO:

Was sagt dir dein Gefühl?

 

PversusCharles:

Er wirkt so ängstlich. Ich glaube, es steckt mehr dahinter als Schuld und Unschuld.

 

KristinaO:

Dann musst du dran bleiben.

 

PversusCharles:

Nach dem heutigen Tag wird Don nicht gerade jubeln, wenn ich mich einmische.

 

KristinaO:

Wenn es darum geht, die Wahrheit herauszufinden. Ich glaube an dich Charlie.

 

PversusCharles:

Du bist die bezauberndste Frau, die mir je begegnet ist...

 

KristinaO:

Ich liebe dich……muss jetzt leider gehen. Willst du nicht auch mal schlafen?

 

PversusCharles:

Ohne dich?

 

KristinaO:

Ich wünschte, du wärst hier…..

 

PversusCharles:

Rufst du mich bald wieder an?

 

Sie beendet das „Gespräch“ und Charlie sah auf die Uhr. Es war inzwischen 5 Uhr morgens aber Charlie spürte keine Müdigkeit.

Also zahlte er und fuhr zur Uni. In seinem Büro angekommen überlegte er kurz und wählte schließlich eine Nummer.

 

„Ja?“, meldete sich eine verschlafene männliche Stimme.

„Hier ist Charlie, schläfst du noch?“

Der Mann am anderen Ende der Leitung stöhnte. „Jetzt nicht mehr“.

„Ich brauche deine Hilfe.“

Charlie erklärte die Lage. Nachdem er die erhoffte Antwort bekam legte er auf und starrte ins Leere bis Larry in sein Büro kam.

 

„Hey Charles, schön, dass du wieder da bist“, freute er sich. „Was machst du gerade?“

Charlie seufzte. „Ich warte darauf, dass Don mir den Kopf abreißt.“, murmelte er betrübt.

Larry blickte ihn erstaunt an. „Warum sollte er das tun?“

„Weil ich gerade seinem Hauptverdächtigen den berühmtesten Staranwalt von ganz L.A. besorgt habe.“