Kapitel 3:

 

I'm 'round the corner from anything that's real

I'm across the road from hope

I'm under the bridge in a rip tide

That's taken everything I call my own

 

Phil war nervös. Er hatte Sarah bei ihren Pflegeeltern abgeliefert, was ihm immer einen Stich ins Herz versetzte. Chris und Monika waren zwar sehr nette Menschen aber Phil kam es immer so vor, als würden sie ihn dafür verachten, was er damals getan hatte.

Nun saß Phil in seiner Wohnung und wartete…..da klingelte es schon an der Tür. Phil ging los um zu öffnen, wobei ihm das Herz bis zum Hals schlug.

 

Phil Linus riss die Tür auf, vor ihm stand der Mann, den er hasste und hatte sein widerliches Lächeln aufgesetzt.

„Phili…schön dich zu sehen“, sagte der Verbrecher. Phil drehte sich nur wortlos um und ging ins Wohnzimmer, während der Andere die Tür hinter sich schloss und ihm folgte. Phil setzte sich auf die Couch. „Du erwartest wohl nicht, dass ich dir einen Drink anbiete?“ Seine Stimme zitterte, verdammt, warum konnte er sich nicht zusammenreißen?

Der andere lächelte immer noch und setzte sich neben ihn.

 

„Nett hast du es hier“, bemerkte der Verbrecher ironisch. Phil antwortete nicht. Seine winzige Wohnung war tatsächlich karg eingerichtet aber wenigstens hatte er einen festen Wohnsitz und zwei legale Jobs, was auch Voraussetzung für das Umgangsrecht mit Sarah gewesen war. Phil atmete durch.

„Du bist bestimmt nicht hier um mit mir über meine Einrichtung zu sprechen..komm zum Punkt“, sagte Phil mit fester Stimme.

Der andere nickte. „O.k, wie du willst. Du weiß ja Phil, nach deiner Verhaftung damals bin ich nach Washington umgezogen und ich kann von mir stolz behaupten, dass ich dort eine erfolgreiche Firma aufgebaut habe. Nur leider ist diese Firma durch diverse „Umstände“ finanziell etwas ins Trudeln geraten und inzwischen schulde ich einigen unangenehmen Leuten sehr viel Geld.“

Der Verbrecher legte eine Kunstpause ein.

„Und jetzt kommst du ins Spiel Phili. Es läuft alles so wie damals. Du packst dein Notebook aus, machst das, was du am besten kannst und ich kümmere mich um den Rest. Für dich springt natürlich auch was raus.“ Er lächelte.

Phil sah schockiert aus bevor ihn die nackte Wut packte. Er sprang auf und schrie dem anderen direkt ins Gesicht.

„DU GLAUBST DOCH WOHL NICHT IM ERNST, DASS ICH NOCHMAL FÜR DICH DIE DRECKSARBEIT ERLEDIGE“, brüllte er. „Ich habe damals ALLES verloren! Meine FRAU, meine TOCHTER und meine FREIHEIT!“ Phil schloss die Augen, er musste sich dringend beruhigen.

„Raus!“, sagte er dann verdächtig leise. „RAUS!“ Phil zeigte zur Tür.

Der andere hatte sein Lächeln abgelegt und sah Phil kalt an. Seine Augen blitzten, er stand auf.

„Und du glaubst ja wohl nicht im Ernst, dass ICH mich von ein paar Leuten umlegen lasse, nur weil du so verdammt feige bist! Das mit deiner Frau war nicht meine Schuld, wenn sie zu blöd zum Autofahren war! Außerdem, warum musstest du denn bei den Bullen auspacken? Ich sag dir eins Phil, du machst den Job sonst siehst du deine Sarah nie wieder!“

Phil blickte ihn mit schreckgeweiteten Augen an. Sein Herz schien zu explodieren, das konnte alles nicht wahr sein.

Der andere blieb ruhig. „Ich sehe, wir sind uns einig. Morgen bringt dir jemand dein Equipment, du hast ja noch nicht mal mehr einen PC und dann geht’s los.“

„Ich geh zur Polizei“, sagte Phil leise.

„Ach tatsächlich?“ Wieder dieses kalte Lachen. „Nach deinen Erlebnissen von damals traust du doch keinem Bullen mehr!“

Phil schwieg, der andere hatte recht.

„Das wird schon Phili“, der andere klopfte ihm auf die Schulter, „wenn das hier vorbei ist siehst du mich nie wieder.“

 

Mit diesem Worten verließ der Verbrecher Phils Wohnung.