Kapitel 16

 

Only love, only love can leave such a mark

But only love, only love can heal such a scar.

 

 

Don wollte gerade die Schlüssel hervorziehen als sein Handy klingelte. Es war Alan, der tatsächlich im Stau stand und deshalb immer noch nicht am Flughafen angekommen war.

„Kein Problem, ich hab ihn, wir treffen uns zu Hause“, sagte Don bevor er auflegte.

„Im wahrsten Sinne des Wortes“, murmelte Charlie neben ihm. Don grinste und schloss die Handschellen auf. Charlie rieb sich sein Handgelenk. „Hättest du nicht Müllmann werden können?“, fragte er seinen Bruder. Don sah Charlie erstaunt an. „Wieso?“

„Na, weil du dann keine Handschellen mit die spazieren führen würdest“, erwiderte Charlie keck.

Don hob drohend den Zeigefinger. „ Sei nicht so frech, sonst hast du sie gleich wieder dran.“

Charlie stand auf und nahm seinen Trolly. „Lieber nicht“, murmelte er dabei und zusammen mit Don verließ er das Flughafengebäude.

Sie fuhren nach Hause wo Alan schon auf sie wartete.

„Hi Dad“, sagte Charlie kurz nachdem er und Don das Haus betreten hatten. Eine peinliche Stille entstand zwischen den dreien.

„Also“, begann Don irgendwann, „ich muss dann mal wieder zur Arbeit. Kommst du mit Charlie?“

Charlie wollte gerade zustimmen als er von Alan unterbrochen wurde. „Charles Edward, du hast mir einiges zu erklären.“ Charlie zuckte unwillkürlich zusammen, als er seinen vollen Namen hörte.

Don versuchte, sich seine Schadenfreude nicht anmerken zu lassen. „Ja gut, dann sehe ich inzwischen mal nach den Kois“, sagte er deshalb nur und verschwand schnell in den Garten.

Eine halbe Stunde später saßen er und Charlie wieder in seinem Auto und fuhren zum FBI.

Nachdem Charlie 10 Minuten schweigend aus dem Fenster gesehen hatte tat ihm Don irgendwie leid.

„Was hat Dad gesagt Charlie?“ begann der Ältere vorsichtig.

„Was glaubst du denn?“, antwortete sein Bruder direkt gereizt.

„Jetzt bleib mal cool, so schlimm?“ Don bremste an einer roten Ampel.

Charlie betrachtete die Fußgänger, die vor ihnen eilig die Straße überquerten. „Das er mich nicht übers Knie gelegt hat ist auch schon alles“.

Don lachte auf. „Vielleicht würde dir das tatsächlich mal guttun.“

„Jetzt fang du nicht auch noch an!“ Charlie sah wieder aus dem Seitenfenster. „Fahr lieber, es ist grün.“

Don gab Gas. Beim FBI angekommen ging die Suche nach James Gordon weiter. Mit Charlies Hilfe hatte sie bald eine Adresse.

Gordon war zu Hause und kurz danach saß Don einem sehr nervösen jungen Mann gegenüber.

„Mr. Gordon, meine Name ist Don Eppes, ich werde das Verhör führen.“ stellte Don sich vor.

„Ich habe Ihnen nichts zu sagen“, antwortete Gordon .

Kommt mir irgendwie bekannt vor, dachte Don.

„Mr. Gordon, unser Berater hat herausgefunden, dass sie in der Wohnung von Phil Linus ein drahtloses Netzwerk eingerichtet haben. Über dieses wurde ein Hackerangriff durchgeführt. In welchem Auftrag haben sie gehandelt?“

Gordon schwieg.

Don redete weiter. „Wenn sie sich weiter unkooperativ zeigen gehen sie für lange Zeit hinter Gitter. Ihr Auftraggeber nicht…meinen sie, die paar Dollar die sie dafür bekommen haben sind es das wert?“

Keine Antwort. Gordon betrachtete seine Hände vor ihm auf den Tisch.

Don atmete tief durch. „Lassen sie mich raten, sie brauchten das Geld für einen kranken Angehörigen.“

Gordon sah auf. „Woher wissen sie……..?“

„Meinen sie, sie wären der erste?“, unterbrach ihn Don. „Wer ist es?“

„Meine Schwester, sie hat eine seltene Blutkrankheit“. Gordon sah Don traurig an.

Jetzt musste Don dranbleiben. „Hören sie, für Fälle wie ihre Schwester gibt es Sozialfonds. Ich vermittel sie an eine Beratungsstelle und rede mit dem Richter aber sie müssen uns die Hintermänner nennen.“

Gordon seufzte und begann endlich zu erzählen.

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6 Stunden später betrat Don Eppes sein Elternhaus. Alan saß in seinem Lieblingssessel und las Zeitung.

„Hi Dad“ sagte Don und legte seine Waffe ab.

„Donnie, endlich. Habt ihr sie?“ Alan sah von seiner Zeitung auf.

Don nickte. „Wo ist Charlie?“

„In der Badewanne“.

Don ging die Treppe hinauf und öffnete die Badezimmertür. Als erstes sah er eine Wanne voller Schaum und dann einen braunen Lockenkopf aus dem Schaumteppich hervorgucken.

„Hey“, sagte dieser Kopf verärgert. „Ich bade gerade“.

Don grinste uns setzte sich auf den Badewannenrand. „Jetzt stell dich mal nicht so an, früher haben wir sogar zusammen gebadet.“

Charlie schüttelte den Kopf. „Das ist 30 Jahre her“.

„Übertreib doch nicht.“

Es entstand eine Pause.

„Habt ihr sie?“ fragte Charlie.

Don nickte. „Alexander de Man und seine Gefolgschaft, sie werden schon länger gesucht.“

Charlie betrachtete die aufgeweichte Haut seiner Fingerkuppen.

„Was wird aus Phil und Gordon?“.

Don sah den Schaum an. „Es kommt auf den Richter an aber ich habe gehört, Phil hat einen guten Anwalt.“

Charlie bekam einen roten Kopf und sah verlegen nach oben.

"Und Potter?", fragte er die Decke.

"Hat aus persönlichen Gründen gekündigt und wird auf alle ihm zustehenden Bezüge verzichten".

Don betrachtete weiter die Wanne. „Was?“ fragte Charlie und sah seinen Bruder an.

„Ich habe gerade überlegt, mit reinzuhüpfen“, sagte der Ältere ,fing an zu lachen und erhob sich von dem Badewannenrand.

„RAUS!“, brüllte Charlie und warf mit dem Badeschwamm nach seinem Bruder. Dieser war jedoch noch rechtzeitig geflüchtet, der Schwamm prallte an der Tür ab und hinterließ einen nassen Fleck auf dem Holz.

Charlie sah, wie die Tropfen von dem Fleck die Tür hinunterliefen. In diesem Moment klingelte Charlies Handy. Der Mathematiker angelte nach einem Handtuch, trocknete sich eine Hand ab und nahm das Telefon.

Er sah, dass es Kristina war. Charlie überlegte kurz. Dann drückte er auf abweisen, legte das Handy weg und tauchte unter.

 

 

Ende