Teil 12

Alan sah sich angsterfüllt um. 'Charlie?' Er stellte die Tassen in Windeseile ab und lief durch's Haus. 'Chaarliiee!' In diesem Moment kam Don gerade zu Tür herein. 'Dad?' Er sah seinen Vater fragend an. 'Charlie ist weg.' Alan fühlte sich, als ob er jeden Moment zusammenbrechen würde. Don ging es nicht anders. Das konnte doch nicht wahr sein. Gerade hatte er Charlie gefunden und nun war er schon wieder verschwunden? Das konnte einfach nicht sein. Da rief die Vernunft nach Don. Er sah aus dem Fenster in den Garten und sah jemanden mit angezogenen Beinen und total in sich gekehrt am Teich sitzen. 'Dad!' 'Ja?' Er fasste seinen immer noch besorgten Vater an den Arm und zog ihn vor das Fenster. 'Schau' mal da!' Alan's Gesichtszüge entspannten sich und er konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen. 'Oh man... der Junge schafft mich nochmal.' seufzte er.
Don klopfte seinem Vater beruhigend auf die Schulter, schenkte ihm ein liebes Grinsen und meinte 'Ich geh' mal zu ihm.'.

Als Don in den Garten und näher zu Charlie kam rührte sich dieser immer noch keinen Millimeter. 'Hey Kumpel!' Don ließ sich neben seinen Bruder ins Gras fallen. Nun saß er da mit angezogenen Beinen und beobachtete Charlie eingehend. Dessen Gesicht hatte mittlerweile etwas von seiner ursprünglichen Farbe zurück bekommen und auch sonst wirkte er nun ein wenig entspannter und ruhiger. Das freute Don. Er überlegte kurz, dann stieß er ihn leicht mit seiner Schulter an. 'Na?' Er sah ihn weiterhin aufmerksam an. 'Wie fühlst du dich?' Es vergingen ein paar Augenblicke, aber Charlie antwortete nicht. Don sah ihn traurig, jedoch verständnisvoll an. Da saßen sie nun stillschweigend nebeneinander.
'Danke!' Don schreckte aus seinen Gedanken. Er sah zu Charlie. Hatte er tatsächlich was gesagt? Oder hatte er sich das nur eingebildet? Aber nein... Charlie hatte tatsächlich etwas gesagt. 'Wofür?' fragte Don. 'Dafür, dass du mir geholfen hast.' Charlie's Kopf bewegte sich in Don's Richtung und die Augen seines Bruders folgten langsam und suchend... bis sie schließlich auf seine trafen. Don sah, dass Charlie gerade wieder geweint hatte. Seine Wangen waren noch naß und seine Augen gerötet. 'Charlie. Da gibt es nicht zu danken.' Er legte den Arm um seine Schultern. 'Du bist mein Bruder! Und ich würde alles tun, damit es dir gut geht. Ich dachte, dass weißt du.' Charlie musste grinsen. Ob er nun wollte oder nicht. Natürlich wußte er, dass sein Bruder alles für ihn tun würde. Genau wie er für ihn. Aber trotzdem hatte er das Bedürfnis ihm zu danken. Während er die Stunden da unten gefangen war, hatte er sich vorgestellt, wie es wäre, wenn sein Bruder ihn nicht finden würde. Diesen Gedanken hegte er jedoch nur ein paar Sekunden. Dafür kannte er seinen Bruder einfach zu gut. Don hätte niemals aufgegeben. Er hätte solange weitergesucht bis er ihn gefunden hätte. Diese Tatsache erfüllte ihn mit einer Unmenge an Stolz.
'Don?' 'Ja?' Doch anstatt einer Antwort drehte Charlie sich ein wenig und legte die Arme um seinen großen Bruder.

Vom Wohnzimmerfenster aus beobachtete Alan die Szene mit einem überglücklichem Grinsen auf dem Gesicht. Charlie, der sonst vor jedwegiger Berührung scheute, umarmte seinen Bruder. Es war einfach ein wunderschönes Bild, welches sich für immer bei ihrem Vater einprägen sollte.

Als Charlie am nächstem Morgen wach wurde staunte er nicht schlecht. Der Tisch im Esszimmer war komplett gedeckt. Sein Vater und sein Bruder saßen schon auf ihren Stühlen und schienen nur noch auf ihn gewartet zu haben. 'Guten Morgen Charlie!' Don grinste breit. 'Morgen' stammelte Charlie verwirrt. 'Hab' ich irgendwas vergessen oder so?' Er fragte sich was das alles zu bedeuten hatte. Bruder und Vater grinsten noch breiter und gingen schließlich in lautes Gelächter über, als sie Charlie's ratloses und leicht verwirrtes Gesicht musterten. 'Charlie... es ist nichts.' Don stand auf, klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und deutete auf Charlie's Stuhl. 'Setz dich und frühstücke mal ausgiebig!' Charlie setzte sich zwar, sah die anderen beiden aber immer noch mit großen fragenden Augen an. 'Wieso?' Irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, dass die beiden was im Schilde führten. 'Was habt ihr denn vor?'
'Frühstücke einfach und lass dich überraschen!' sagte Don und reichte ihm mit diesen Worten den Korb mit den Brötchen.