Kapitel 4

Ein ungeheurer Schmerz in der Magengegend ließ Charlie wieder zu sich kommen. Gekrümmt vor Schmerzen lag er auf dem Boden. Er versuchte sich daran zu erinnern, was passiert war, doch bevor er auch nur den leisesten Anflug einer Ahnung hatte bekam er wiederholt einen kräftigen Tritt in den Magen. „Steh' auf du Loser!“
Charlie schien es gesünder das zu tun, dass wer auch immer da von ihm wollte. So rappelte er sich unter leisem Stöhnen langsam auf. Seinem Peiniger schien das jedoch nicht schnell genug zu gehen. So riss dieser Charlie an dessen Pullover hoch und schubste ihn gegen eine Wand.
„Na du kleine Made? Endlich wach?“ Darauf folgte hämisches Gelächter. Charlie stand mit dem Rücken fest an die Wand gepresst und konnte so das Gesicht seines Gegenüber erkennen. Sein Herz blieb beinahe stehen, als erkannte wer da vor ihm stand. Es war Christian Spencer! Der Typ, der ihn vor etwa einem halben Jahr entführt hatte.
Charlie war wie versteinert. Wie konnte das sein? Der saß doch eigentlich im Gefängnis. Als wenn er Charlies Gedanken erraten hätte meinte Spencer: „Da biste überrascht, was?!“ Ein fieses Grinsen machte sich auf dessen Gesicht breit. „Ich konnte doch nicht zulassen, dass unser guter alter Donnieboy gewinnt. Nein Nein! Das geht nun wirklich nicht. Schließlich bin ich der Beste. Und das wird auch immer so bleiben!“ Sein Grinsen wurde noch breiter, dann packte er Charlie und drängte ihn in einen kleinen Verschlag. Dann drückte er ihn zu Boden und das Letzte, was Charlie merkte, war ein harter Schlag auf den Hinterkopf.

Don war mittlerweile ins Büro gefahren und hatte seinen Bruder als vermisst gemeldet. Fast zeitgleich hatte er seinen Vorgesetzten darum gebeten ihm den Fall zu überlassen.
Dieser sträubte sich zunächst. „Eppes... Sie wissen doch selbst, dass es nicht möglich ist. Er ist ihr Bruder.“ Doch Don konnte und wollte nicht locker lassen. „Ja. Das weiß ich. Aber bitte! Niemand kennt meinen Bruder so gut wie ich. Und wenn ich ihn nicht finde...“ Weiter wollte er gar nicht denken. Er verbann diesen Gedanken aus seinem Hirn. „Bitte!“ sagte er stattdessen nochmal eindringlichst und mit einem beinahe flehendem Blick an seinen Chef gerichtet. Dieser sah ihn einen Moment lang schweigend an; dann seufzte er und meinte: „Ok! Sie haben ihn. Aber sobald ich merke, dass da was schief läuft...“ „Das wird es nicht. Ich versprech's!“ Im Umdrehen meinte Don noch „Danke!“ und schon war er auf dem Weg zu seinem Schreibtisch.